Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

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Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#1

Beitrag von Willi » 23.02.2017, 15:47

Im Rahmen meines "Bodenblech und Schweller" Projekts musste auch der alte Unterbodenschutz runter. Bevor ich mit Drahtbürste, Heißluftgebläse oder Flamme und Dreikantschaber tagelang hantiere dachte ich natürlich an Trockeneisstrahlen. Ein Strahler in der Nähe nimmt 120.-€ pro Stunde, wollte sich aber nicht auf wenigstens eine ungefähre Dauer festlegen und hatte sowieso keinen Termin frei. Also selber machen.

Man kann die Ausrüstung leihen, wenn man das Trockeneis kauft. Gebraucht wird ein "richtiger" Kompressor, das Strahlgerät und natürlich das Trockeneis. Der Kompressor ist ein Riesending auf eigenem Fahrgestell, wie man es aus dem Strassenbau kennt. Man braucht als Zugwagen mindestens einen VW Bus oder Mercedes Vito. Das Strahlgerät ist relativ klein, das Trockeneis nimmt in Isolierbehältern eine Menge Platz weg. Wir haben es gerade so geschafft, 600Kg Trockeneis und die Strahlanlage in unserem Vito unterzubringen. Wir wollten am Samstag 2 Autos strahlen (meinen 5er und ein hübsches Bertone Kabrio eines Fiat Punto). Deshalb die 600 Kg. Wie sich herausstellte wären 400 Kg genug gewesen für unsere Zwecke.

Aufgebaut ist die Sache schnell. Wir haben nur einen Nachbarn, den wir wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung vorher informiert haben. Es wäre sinnvoll, im Freien zu Strahlen. Das wäre beim 5er gegangen; der Punto musste aber auf die Bühne. Deshalb haben wir beide Autos in der Halle gemacht. Der Lärm ist schon erheblich. Abgesehen vom Kompressor, der immerhin noch 99 dB machte ist da noch das Pfeifen der Strahldüse: ohne Gehörschutz braucht man gar nicht erst anfangen. Der Lärm ist wirklich infernalisch. Das Strahlen selbst geht gut: alles Lockere wird entfernt. Gut haftende Farbschichten nicht. Die können ja auch drauf bleiben. Für die beiden Autos haben wir fast 5 Stunden gebraucht. Wobei beim Fiat nur den Unterboden freigelegt wurde, und beim TR5 nur die Radläufe (Bodenbleche werden ja ersetzt).

Anschliessend war meine Halle völlig verdreckt und wurde am folgenden Tag in einer mehrstündigen Aktion einigermaßen gereinigt. Hat sich das Selbermachen geloht? Finanziell sicher nicht. Wenn man den Transport der Anlage und das Reinigen der Halle mitrechnet waren wir etwa 10 Std. beschäftigt. Abgerechnet wird pro Kompressor Betriebsstunde. Den Diesel des Kompressors muss man natürlich auch bezahlen. Pro Auto waren das etwa 250.-€. Dazu kommt das Trockeneis (25 Cent pro Kilo); in unserem Fall noch einmal 150.-€. Finanziell lohnt es sich also nicht.

Dazu kommt, daß es nach einiger Zeit richtig Arbeit ist, den recht schweren Schlauch festzuhalten. Wenn sich noch eimal die Notwendigkeit ergibt werde ich zum Profi gehen.

Willi
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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#2

Beitrag von Hase » 23.02.2017, 16:44

Hallo Willi,

Vielen Dank für Deinen Bericht, er deckt sich mit meinen Recherchen. Ich wollte fest anhaftende Farbschichten und U-Schutz entfernen, dafür ist Trockeneisstrahlen nicht optimal geeignet. Der Luftverbrauch ist enorm und es ist eine Riesensauerei. Ich kenne inzwischen mehrere Profis; alle machen das Trockeneisstrahlen im Freien und alle setzen Baukompressoren ein.
Toll ist Trockeneisstrahlen bei Verschmutzungen, die noch eine minimale Restfeuchte haben, auch Fette und Öle. Profis kriegen auch im Innenraum und auf Stoffen sensationelle Erfolge hin.
Das Wichtige ist die Erfahrung, deshalb nehme ich jetzt auch bezahlte Dienstleistung in Anspruch.

Michael (Hase)

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#3

Beitrag von crislor » 23.02.2017, 19:02

Ich habe mal den Motorraum von einem Profi strahlen lassen. Wurde sehr schön - bis auf die Stellen, an denen die überlackierte Dichtmasse ( Blechkanten, Schweissnähte) war. Die sahen etwas mitgenommen aus....
Gruss CRISLOR Koenig der Fahrfreude

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#4

Beitrag von DrVaupel » 24.02.2017, 09:22

Hallo Willi,

meine Erfahrungen mit dem Verfahren sind eher schlecht. Wollte an zwei Kotflügeln meines 544'er Volvos den Unterbodenschutz entfernen lassen, da man ja häufig lies, das Eisstrahlen hierfür die richtige Methode sein soll. Aber der Mann hat nach ein paar Versuchen direkt aufgegeben. Wenn der Unterbodenschutz weich und quasi neu ist, mag das ja auch funktionieren, aber bei einer mehr als 40 Jahre alten, steinharten Schicht kann man mit Eisstrahlen nichts machen. Ich bin dann mit dem Elektroschaber an die Sache herangegangen und war nach 2 Tagen damit durch.

Gruß

Thomas

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#5

Beitrag von Nero123 » 24.02.2017, 10:24

Moinsen zusammen,

beim Entfernen von Unterbodenschutz (auch uraltem), habe ich habe super Erfahrungen mit Cocopaste gemacht. Das Zeug wird eigentlich zum Entfernen von Graffitis eingesetzt. Die Paste mit einem Pinsel satt auftragen, mit einer Folie abdecken damit es nicht zu schnell ablüftet und ca. 20 Stunden einziehen lassen. Danach kann es z.B. mit einem Dampfstrahler abwaschen werden. Bei Bedarf an besonderes hartnäckigen Stellen wiederholen. Das gibt zwar beim abwaschen eine Sauerei, der Unterbodenschutz ist aber entfernt!

Viele Grüße
Arno

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#6

Beitrag von Willi » 24.02.2017, 10:48

@ DrVaupel

Nach meinen Erfahrungen wird auch alter und spröder Unterbodenschutz einwandfrei entfernt. Am TR war der Unterbodenschutz in Teilen 40 Jahre alt. Es kommt wohl auf den Kompressor an, der in der Lage sein muß, bei 6 bar Druck eine geradezu orkanartige Luftmenge zu liefern. Wenn man mal (wie ich Blödmann) die Hand in ca. 50 cm Entfernung von der Düse in den Strahl hält weiss man, wie viel Energie in den Pellets steckt. Es ist ungefähr so, als hätte man sich mit dem Hammer auf die Finger geschlagen.... ;D

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#7

Beitrag von Eckhard » 24.02.2017, 11:56

Auch ich habe meine Erfahrungen mit Trockeneisstrahlen gemacht. Eigentlich nur positive, bis auf das Auffinden des Anbieters bzw. den Ort des Geschehens

Einen Anbieter in der Nähe gesucht und gefunden

Die erste Frage war nachdem ich gesagt habe dass es sich um Autoteile handelt war: geht es um Unterbodenschutz oder um PVC Beschichtung Im letzten Falle bräuchte ich gar nicht erscheinen. Dieses Zeug geht nur mit seeehr viel Zeit und Materialaufwand runter. Ich glaube dass er PVC genannt hatte und lehnte die Strahlung dann ab. Einen Geörschutz sollte ich unbedingt mitbringen
Da es sich nur Unterbodenschutz im herkömmlichen Sinne handelte sollte ich also kommen. Die Strahlfirma hatte einen Außeneinsatz bei einem Maschinenbauer für landwirtschaftliche Geräte. Falschlackierung war der Grund für diesen Einsatz. Das Problem war das Auffinden des Ortes wo das stattfinden sollte. Nämlich in der Nähe eines Industriegebietes auf freiem Feld. Nachdem ich die Stelle dann gefunden habe war mir klar warum es hier stattfand. Hätte ich den Motor abgestellt und wäre ausgestiegen wäre mir viel Sucherei erspart geblieben. Na ja, hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung was da abgeht. Dass das nicht geräuschlos geht war mir schon klar. Aber so hatte ich es nicht erwartet
War dann doch sehr erstaunt über die Ausrüstung der Firma und die Größe der Gerätschaften. In sicherer Entfernung geparkt und meine Teile hingekarrt. Auf halbem Wege zurück und den Gehörschutz geholt. Wer schon mal neben oder in der Nähe eines Triebwerks eines Jets gestanden hat kann das nachvollziehen
Deshalb war war die Aktion auch ausgelagert. Der Lärm ist ungeheuer und selbst mit Schutz noch gewaltig. In einer Wohngegend ist ein Ensatz unmöglich

Meine Teile, Schwinge, Federn und noch ein paar Teile mehr wurden gestrahlt. Vom Ergebnis begeistert und eine Erfahrung reicher wieder nach Hause gefahren

Fazit
Selbermachen lohnt sich nicht


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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#8

Beitrag von doktorschlosser » 24.02.2017, 19:22

Mensch Wilhelm,

hättse mal was gesagt, hätte ich den Rest der Pellets gut gebrauchen können. Mein Motorraum müsste dringend mal entlackt werden, weil so ein Ami den in schwarz matt lackiert hat.
Gruß aus BO-WAT

Gerhard (Doktorschlosser)

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#9

Beitrag von tr_tom » 25.02.2017, 07:36

doktorschlosser hat geschrieben:Mensch Wilhelm,

hättse mal was gesagt, hätte ich den Rest der Pellets gut gebrauchen können. Mein Motorraum müsste dringend mal entlackt werden, weil so ein Ami den in schwarz matt lackiert hat.
Hallo Gerhard,

heute ist in Mülheim eine Vorführung von "Saubär" (Sascha Schindler):

https://www.facebook.com/trockenstrahlende/?fref=ts

Yorckstraße
Mülheim an der Ruhr
0174 8822700

https://www.strahlend-saubaer.de/

Sascha Schindler ist ein "Netter", habe ich schon kennengelernt...

Gruss
Thomas

NACHTRAG:

Am Samstag den 04.03.17 ist bei uns wieder exklusiv #Trockeneis-Samstag.

Da reinigen wir eure #Fahrzeuge, #Motor, #Motorräder, #Poster und Ähnliches.

Von 9 bis ca. 16 Uhr, Yorkstr 5 Mühlheim an der Ruhr.

Achtung!!!
Ein verbindlicher Termin ist zwingend erforderlich. Co2 ist verderblich und nicht Lagerfähig.
Bei Nichterscheinen müssen 30% der Leistung/Eis erstattet werden.

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(Preise können günstiger werden. Es kommt auf die Verschmutzung an!)
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Gerne senden wir individuelle Preisangebote zu.

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Re: Erfahrungsbericht Trockeneisstrahlen

#10

Beitrag von Rallye78 » 27.02.2017, 22:44

@Gerd:
hättse mal was gesagt, hätte ich den Rest der Pellets gut gebrauchen können. Mein Motorraum müsste dringend mal entlackt werden, weil so ein Ami den in schwarz matt lackiert hat.
wenn der tatsächlich vom selben Ami wie der Rest des Autos lackiert wurde, dann ist es doch für Dich und Deinen Kärcher ein Leichtes, diesen rückstandsfrei zu entlacken .....
:boxen:
Gruß Eugen

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