Ventile einstellen

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Willi
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Ventile einstellen

#1

Beitrag von Willi » 19.12.2015, 23:16

Ventile einstellen

Artikel erstellt: Willi (19.12.2015)

Ventilspiel (aus: "Wikipedia")
Die Wärmeausdehnung der Ventile im Betrieb muss in geeigneter Weise ausgeglichen werden. Wenn der Ventilsitz schneller verschleißt als der Nocken und das Spiel zu Null wird, droht das Verbrennen des Ventilsitzes oder des Ventiltellers, da die heißen Verbrennungsgase an dem Ventil vorbeiströmen und es kaum noch Wärme an den Zylinderkopf ableiten kann. Zu großes Spiel bewirkt wiederum Leistungsverlust, starke Geräuschentwicklung und Verschleiß des Ventiltriebs. Die Hersteller geben daher einen Bereich für das Ventilspiel an, im Bereich einiger Hundertstel- bis Zehntelmillimeter. Das Ventilspiel soll in regelmäßigen Zeitabständen kontrolliert und ggf. nachgestellt werden.

Je nach Bauart werden sie auf unterschiedliche Weise eingestellt: Bei Kipphebeln befindet sich in den Hebeln häufig eine gekonterte Schraube, an der die Einstellung vorgenommen werden kann. Bei anderen Konstruktionen wird der Drehpunkt der Hebel verstellt. Tassenstößel haben gehärtete Einlegeplättchen, die in verschiedener Dicke erhältlich sind und zwischen Nockenwelle und Stößel platziert werden.
(Quelle: Wikipedia)

Ventilspiel Einstellen
fig_1-25_-_correct_valve_rocker_clearance_-_650px.jpg
Obiges Bild stellt den Ventiltrieb von TR- Motoren da. Vom ersten TR2 bis zum letzten TR6 hat sich grundsätzlich nichts geändert. Das Ventilspiel wird mit einer Fühlerlehre zwischen dem Ventil (1) und dem Kipphebel (2) gemessen. Eingestellt wird es durch Lösen der Kontermutter (4), verdrehen der Einstellschraube (3) und erneuten Kontern der Mutter (4). Das einzige Problem ist es sicherzustellen, daß die Stößeltasse (6) auf dem Grundkreis der Nockenwelle (7) aufliegt und nicht auf der auf- oder absteigenden Flanke. Im WHB ist dazu ein Schema gelistet, mit dem das ohne Weiteres möglich ist. Ich möchte hier eine Methode vorstellen die es ermöglicht, bei jedem Motor unabhängig von der Zylinderzahl die Einstellung durchzuführen (gilt natürlich nur für Motore, die mit Kipphebeln (2) ausgerüstet sind).

Vorgehendsweise
Da der Motor bei diesem Verfahren oft weitergedreht werden muß nimmt man als Erstes alle Zündkerzen heraus, um nicht gegen die Kompression drehen zu müssen. Ohne Zündkerzen läßt sich der Motor problemlos am Lüfterrad drehen (wer einen Elektrolüfter hat muß sich halt was einfallen lassen...). Dann dreht man die Kurbelwelle so, daß das Einlassventil des ersten Zylinders vollständig geöffnet ist. An diesem Punkt kann man sicher sein, daß das Auslassventil des gleichen Zylinders ganz geschlossen ist (die Stößeltasse (6) irgendwo auf dem Grundkreis der Nockenwelle (7) steht). Man stellt also das Auslassventil ein und dreht den Motor weiter bis das Auslassventil vollständig geöffnet ist. In der Position stellt man das Einlassventil ein. Damit ist der erste Zylinder eingestellt und man wiederholt das Ganze mit dem nächstem Zylinder. U.s.w..

Nach der Methode stelle ich seit vielen Jahren Ventile ein. Sie erlaubt ist es, unabhängig von Zylinderzahl und Zündfolge jeden Motor korrekt einzustellen. Ich nehme nicht für mich in Anspruch, der Erfinder zu sein. Wer mir das aber gezeigt hat ist mir nach rund 40 Jahren entfallen.

Fehlerquellen
Es kommt häufiger vor, daß der Kipphebel (2) an der Fläche, die das Ventil (1) betätigt, eingelaufen ist. Die Fühlrerlehre ist erheblich größer als das Ventil (2) und "bedeckt" die Vertiefung im Kipphebel. Man stellt das Ventil ein und alles scheint in Ordnung. Das Ventil klappert aber trotzdem noch. Abhilfe bringt nur ein neuer Kipphebel (2). Wenn man dann die Kipphebelwelle zerlegt um den oder die Kipphebel zu wechseln stellt sich in der Regel heraus, daß die Kipphebelwelle an den Lagerstellen der Kipphebel auch eingelaufen ist und ausgewechselt werden muß. Also erst zerlegen und dann Ersatzteile bestellen.

Wenn Kipphebel und Kipphebelwelle intakt sind kann es trotzdem vorkommen, daß das Ventilspiel häufig eingestellt werden muß. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist in dem Fall die Nockenwelle (7) und der Tassenstößel (6) eingelaufen. Zur Bestätigung der Diagnose: Ventilhub messen und vergleichen.

Willi
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