DOT 4 in der Kupplungshydraulik

Alles was mit der Kupplung zu tun hat.
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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#16

Beitrag von doktorschlosser » 22.09.2015, 16:49

@ Achim,

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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#17

Beitrag von Willi » 22.09.2015, 17:28

doktorschlosser hat geschrieben:....Wer seinen Nehmer laut WHB (Version unbekannt) eingebaut hat, hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass der Kolben im Nehmer auf dem allerletzten Teil des Zylinderrohres läuft und im schlechtesten Fall leicht verkantet. Dadurch reibt dass Metall des Kolbens an der Zylinderwand und trägt das Alu leicht ab.
Der Abrieb wird beim Loslassen der Kupplung mit Schwung durch das System geschossen und verfärbt die Flüssigkeit. Im schlechtesten Fall wird das Betätigen der Kupplung im heißen Zustand komplett durch den Kolbenkipper verhindert
Habe es auch mal mit Nachdenken versucht (ungewohnt, macht Kopfschmerzen) und bin sehr skeptisch der Aluabrieb- Theorie gegenüber. Erstens sehe ich nicht, wie der lokale Abrieb bis in den Hauptzylinder kommen kann. Jedenfalls nicht in der kurzen Zeit. Zweitens ist das Gummi in einem solchen Zylinder schwammig bis weich, leicht vergrößert und man kann auf einem A4 Blatt Männchen damit zeichnen. Soll heissen: ich bin mir ziemlich sicher, dass das Gummi die Ursache der Verfärbungen ist.

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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#18

Beitrag von doktorschlosser » 22.09.2015, 17:53

Einspruch Euer Ehren!

Der Abstreifer (Staubmanschette) ist NBR weich, er ist aber im normalen Betrieb nicht mit Bremsflüssigkeit in Berührung.
Die Kolbendichtung ist aus NBR 70 Sh Härte. wenn die dicht bleibt, löst sie sich auch nicht auf.

Thomas´Zylinder hat die Abriebspuren gezeigt und der Abrieb gerät nun einmal in die Flüssigkeit und kommt auch bis in den Behälter hoch wenn das Bodenventil arbeitet. Der Druck geht schlgartig von ca. 40 bar bis auf Null zurück und durchmischt den kompletten Inhalt des Systems.
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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#19

Beitrag von Gyula » 22.09.2015, 18:04

Hi!

@ Gerhard: wozu die Distanzringe, wenn die Kupplungsmechanik ok. ist?

Meine Kupplungsstory:--> viewtopic.php?f=47&t=11734

Zuerst habe ich beide Zylinder ausgetauscht (TRW) --> Brühe und trennt nicht
Dann den Geber nochmals wegen schwarzer Brühe und Späne getauscht (Reklamation) --> Brühe und trennt nicht.
Dann den neuen Zylinder vor dem Einbau zerlegt und die Späne entfernt...... :) --> Brühe und trennt nicht.
Dann den alten, originalen Girling Zylinder mit TRW Repsatz eingebaut. --> Brühe und trennt nicht.
Dann dem Girling Geber (vorne, Ventil) mit einem neuen Dichtring von Limora versehen.
Das ist der Istzustand und immer das selbe Fehlerbild.
Anfangs funktioniert die Kupplung super, dann wird die Brühe im Geber - und nur im Geber - immer dünkler.
In der Folge trennt dann die Kupplung immer schlechter, bis sie dann total versagt.
Die Zeitspanne liegt bei 2-3 Monate und höchstens 1000 - 2000 km.
Jetzt ist gerade wieder die Phase, wo die Kupplung beginnt schlechter zu trennen - nach etwa 300 km und 2 Tagen!

Ich habe gerade eine Nachdenkpause, um eine Lösung zu finden (Manfred, bitte nicht wieder DOT 5, oder andere Flüssigkeiten vorschlagen).
Toll wäre ein Lieferant, der einwandfreie Repsätze liefert......welch Wuschtraum!

PS: Die Flüssigkeit im Nehmer ist IMMER sauber, im Geber nach kurzer Zeit IMMER schwarz.
Das Ergebnis ist IMMER eine nicht trennende Kupplung!

Gyula
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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#20

Beitrag von Willi » 22.09.2015, 18:10

@ Doktorschlosser
Immer noch ungläubig. Erklärt nicht den Zustand der Gummis bei dunkler Brühe. Und was heißt "NBR 70 Sh" und woher weißt Du, dass die Gummis aus dem Material sind (weil NBR70 wohl was ganz Tolles ist)?

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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#21

Beitrag von doktorschlosser » 22.09.2015, 19:09

NBR 70 Sh heißt Gummi mit 70 Shore Härte. Entspricht dem Mindeststandard.
Die Resistenz für Bremsflüssigkeit beginnt bei 90 Shore. (In der Hydraulik)
Besser wäre FPM = Viton

Ich kann ja mal suchen, ob mein Standardlieferant die Dichtungen liefern kann. Preis würde iunter 1 € liegen.

Lass uns das mal erarbeiten. Morgen am Tel?
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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#22

Beitrag von Willi » 22.09.2015, 20:36

Würde ein Ferngespräch. Bin gerade im Caledonian (Scotland). Aber lass uns das nicht aus den Augen verlieren. In zwei Wochen bin ich wieder zu Hause.

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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#23

Beitrag von doktorschlosser » 23.09.2015, 05:52

@ Gyula,

die Distanzringe sind wirklich nur dazu da um den Arbeitsbereich des Nehmerzylinders in seine Mitte zu verlegen. Wenn ich die weglasse, rutscht der Arbeitsbereich gefährlich weit nach außen und es droht ein Kolbenkipper.

Nach der Maßnahme ließ der Pedaldruck signifikant nach.
Die Kupplungsmechanik ist übrigens einwandfrei.
Die gleiche Maßnahme haben wir auch bei einem anderen TR6 durchgeführt, bei dem sich die Kupplung im heißen Zustand nicht mehr treten ließ.
Pedaldruck ist auch hier normal und die Zickerei im heißen Zustand ist wech.

Thomas kontrolliert noch mal den Zustand der Flüssigkeit und gibt Rückmeldung.
Wenn mir mal jemand einen neuen Geber oder einen Rep.-Satz zukommen lässt, kann ich das Dichtsystem mal analysieren und zur Not gleichwertige Dichtungen aus definitiv bekannten und gegen Bremsflüssigkeit resistenten Material beschaffen.
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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#24

Beitrag von Willi » 23.09.2015, 08:30

Das wird mir jetzt zu mystisch. Heilen die Distanzhülsen auch Hühneraugen und Schnupfen?

Ernsthaft: Warum sollten sich die Kräfteverhältnisse ändern, nur weil Du eine längere Betätigungsstange einbaust (hätte den gleichen Effekt wie die Distanzhülsen)? Die aufzuwendende Kraft ist doch nur abhängig vom Verhältnis der Zylinderdurchmesser. Im Physikunterricht hat der Lehrer jedenfalls darauf bestanden. Bei den Durchmessern gibt es natürlich Unterschiede, sowohl bei Geber als auch beim Nehmer.

Wenn das Kippeln des Nehmerzylinders und daraus resultierenden Abrieb betrifft: wenn ich mich recht erinnere sitzt bei den Zylindern, die man jetzt bekommt, die Dichtung des Kolbens direkt an der "Hydraulikseite" (im Gegensatz zur Schubstangenseite). Das war beim Original anders. Eventueller Abrieb käme damit gar nicht in die Hydraulikflüssigkeit. Oder habe ich das auch falsch in Erinnerung?

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Re: DOT 4 in der Kupplungshydraulik

#25

Beitrag von doktorschlosser » 23.09.2015, 11:15

@ Wilhelm,

eine gut funktionierende Hydraulik arbeitet immer gleich. Wenn jetzt aber der Kolben aus irgendwelchen Gründen näheren Kontakt zum Zylinderrohr aufnimmt, wirds schwergängiger. Nix anderes tut der Kolben kurz bevor er das Zylinderrohr in Richtung der hinteren Stoßstange verlässt.
Solange er auf dem Weg zu besagter Stoßstange ist, macht die Kolbendichtung dicke Backen und lässt kein Öl durch. Wenn der Kolben am Ende seiner langen Reise angekommen ist und sich auf den Rückweg macht, entlastet sich auch die Dichtung und nimmt den Abrieb von der Kolbenstange, rückwärts wieder mit in Richtung der Frontscheinwerfer. Da der Weg des Kolbens länger ist als der Kolben selber, ist auch das Trümmerfeld das der Kolben angerichtet hat breiter als der Kolben lang ist und dieser Überstand liefert mir die Späne für die Umlackierung der Flüssigkeit.

Weisse wat?

Komm hier vorbei wenn Du aus Caledonien zurück bist und bring einen Schluck hellbraunes Erkenntniswasser mit.
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