Karosserienachbau in China

... das Wetter z.B. :-)

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Fuzzy
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Re: Karosserienachbau in China

#16

Beitrag von Fuzzy »

Das wäre zu kurz gesprungen.
Wie lange soll das Abschirmen gut gehen?

Ja gut, an der "Geiz ist Geil"-Mentalität ist wahrscheinlich schon was dran.

Meines Erachtens hätten wir schon vor Jahren den Finger aus dem A... bekommen müssen.
Stichworte wie Fleiß, Innovation, ....
Das mögen zum Teil vielleicht altmodische Tugenden sein, aber statt Innovation nur den Profit zu sehen, sich zu lange auf den vergangenen Erfolgen auszuruhen, immer und überall nur die Hand aufzuhalten, ständig rumzujammern, konservatives festhalten an alten Zöpfen, feiern der Zeiten, in denen doch alles noch so viel besser war, ..... das geht halt definitiv nicht ewig gut.

Wieso kann ein chinesischer Handyhersteller in relativ kurzer Zeit ein Auto bauen, das einen deutschen fast 80 jährigen Sportwagenhersteller auf der Nordschleife abledern kann .... ?

Bestimmt nicht deswegen, weil die Chinesen nur kopieren können und weil wir Deutschen in Sachen Innovation besonders fleißig sind.

Man, man, man, .....sowas passiert halt wahrscheinlich nicht nur in diesem Industriezweig.
Wer hat in der Evolution überlebt: Die, die glaubten die stärksten zu sein oder die, die sich am besten anpassen konnten?

Noch schlimmer ist Nokia-Effekt ... >>>du hast ein top Produkt, das keiner mehr braucht und/oder will.

Sorry, das musste raus und ich bin jetzt weit vom ursprünglichen Thema weg und hat in diesem Thread und eigentlich auch in diesem Forum nichts verloren.
Wenn es stört, dann einfach löschen.😉


Zurück zum Hobby, zum alten Blech und hoffentlich qualitativ hochwertigen Repro-Teilen, woher sie auch immer kommen mögen.
Gruß,
Jörg
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ovw
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Re: Karosserienachbau in China

#17

Beitrag von ovw »

Warum China so schnell und günstig produziert ist einfach:

Echte Vorteile:
Dichte Lieferketten & Industrie-Cluster (alles vor Ort)
24/7-Schichtbetrieb, riesige Arbeitskräfte
Staatliche Subventionen für Massenproduktion

Problematische Vorteile:
Keine/geringe Sicherheitsstandards
Arbeiterausbeutung: 75 h/Woche, Stücklohn, kaum Lohn
Schwache Umeltauflagen
Marken/Patentrechte werden nicht durchgesetzt
Keine unabhängige Demokratie/Gewerkschaften = keine Kontrolle

Long Story short: Schnell durch effiziente Lieferketten sowie billig durch Ausbeutung, fehlende Standards und keiner Rechtssicherheit
Schwabe Uli
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Re: Karosserienachbau in China

#18

Beitrag von Schwabe Uli »

Meine Rede, lasst die Finger weg wo es möglich ist.
Auch deren Staat hat " nur " begrenzte Möglichkeiten. Auf immer und Ewig schon gar nicht.
Gruß Uli
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Fuzzy
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Re: Karosserienachbau in China

#19

Beitrag von Fuzzy »

Eigentlich wollte ich nichts mehr schreiben....,
aber naja,
ich habe das für den Industriezweig, in dem ich arbeite, anderes gesehen. Ein riesiges Areal, eine Schule, Uni, was weiß ich, in der 8500 Lernwillige vom Akademiker bis zum Facharbeiter explizit für dieses "Gewerk", für diesen Industriezweig ausgebildet werden. Ca. 1500 werden pro Jahr fertig. Riesige Bauwerke mit Wohnungen für die Lernwilligen und die, die dort Arbeiten. Und die, die dort arbeiten kommen zu den 8500 natürlich dazu. Unvorstellbare Dimensionen. Maschinen aus Deutschland, Schweiz, Japan. Nur hochwertiges Equipment. Alles digitalisiert, da hängt nirgendwo eine Zeichnung herum, Automatisierungen, Lean-Production, .....usw., usw., .... vom feinsten, sehr ernüchternd und erschreckend zugleich.
Da sitzt keiner mit Sandalen auf einem Reis-Sack und glöppelt irgendwas zusammen.
Es gibt in Asien Fabriken, da ist die Fertigung vollautomatisiert, in Produktionshallen brennt nicht mal Licht. Wenn der Einrichter oder der Instandhalter ran muss, dann mit Stirnlampe .... unfassbar.

Die Asiaten sind schnell, wissberierig und "hungrig".
Die wollen einen hohen Lebensstandard erreichen.

Und zum Thema Finger weg lassen ....., naja, das ist einfach lächerlich. Wenn mal jemand in die Hände klatschen würde und alles wäre auf einen Schlag weg was aus Asien kommt, dann würden wir nackt, barfuß laufen, nix Auto, nix Multimedia, nix Mobilkommunikation, ...., wie gesagt, vermutlich nicht mal Schuhe und Klamotten hätten wir. Vermutlich auch keinen fahrenden Triumph TR.
Traurig, aber leider wahr ....

Ob 75h/Woche Standard ist, möchte ich bezweifeln, aber klar definitiv mehr als 4 Tage Woche, 25 h/Woche bei vollem Lohnausgleich wird es wohl schon sein.
Ja Spaß, das ist sicherlich auch übertrieben, aber ich hoffe den Unterton versteht man 😉

Und nicht falsch verstehen, ich will auch am besten alles oder noch mehr, aber das müssen wir uns auch leisten können.
Auf der Weltkarte ist Deutschland doch ein Mückenschiss. Wir haben weder Rohstoffe noch sonst etwas in Hülle und Fülle.
Was wir hatten, war unser "Kopf" (Kreativität, Innovation, ....) und unsere "Hände" (Fleiß, ....)
Und ich schreibe bewusst "hatten"

Wollen wir uns dem Kampf in der Weltwirtschaft stellen, oder wollen wir Schützengräben ausheben und abwarten was passiert?

Ich befürchte dafür hat China einen viel zu langen Atem.
Und auch klar, mir wäre es Recht, wenn dem chinesischen Staat schnell der Atem ausgeht und wir bekommen die Chance auf einen faireren Wettkampf ohne chinesische staatliche Subventionen, die das Ungleichgewicht zusätzlich, das allein ist es nicht !!!, massiv belastet.

Aber jetzt wieder zurück zum schönsten Hobby der Welt 😅
Gruß,
Jörg
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Re: Karosserienachbau in China

#20

Beitrag von Schwabe Uli »

Hatte ich nicht geschrieben " wo es möglich ist " !
Jeder weiß doch dass die starke Wirtschaftskraft in China zum großen Teil aus miserablem Arbeitsrecht, Ausbeutung und inakzeptablem Menschenrecht kommt. Natürlich gibt es bei uns Industriezweige mit großer chinesischer Beteiligung, da hält man sich natürlich mit seinen Aussagen zurück...
Gruß Uli
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Fuzzy
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Re: Karosserienachbau in China

#21

Beitrag von Fuzzy »

Das habe ich schon verstanden.

Nur ist das mittlerweile nur noch bei wenig Sachen möglich.
Die aufgeführten Missstände mögen sicher zum Teil richtig sein und sind inakzeptabel, aber leider ist es inzwischen so, dass auch die Asiaten auf Automatisierung setzen.
Und klar ist, auch diese Anlagen, Maschinen, Vorrichtungen, Roboter, ... müssen von jemandem hergestellt werden. Das sind dann aber eben keine "Reispflücker" vom Land, sondern immer mehr qualifizierte Fachleute.
Und so gut und teuer die Anlagen, Maschinen, .... auch sind, im Grunde genommen sind sie doof, bzw. nur so gut, wie der, der davor steht.

Diese Produkte werden auf jeden Fall qualitativ immer besser.
Und die Geschwindigkeit ist unglaublich und beängstigend hoch.

Ich fände es zum Heulen, wenn wir bald deren Produkte, zerlegen, analysieren müssten, um wieder vorne mitspielen zu können....
Gruß,
Jörg
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Re: Karosserienachbau in China

#22

Beitrag von Bibo »

"Ich fände es zum Heulen, wenn wir bald deren Produkte, zerlegen, analysieren müssten, um wieder vorne mitspielen zu können.... ."

Vermutlich wird es so geschehen und dennoch werden wir nicht mehr vorne mitspielen dürfen.

Gruß
Bibo
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Re: Karosserienachbau in China

#23

Beitrag von Schwabe Uli »

Ganz so schwarz sehe ich das nicht. Deutsche Ingenieurskunst ist immer noch weltweit sehr gefragt. Wobei das zerlegen und analysieren fremder Teile nichts neues ist, das haben wir in der Entwicklung (einer der größten Automobilhersteller) schon vor 40 Jahren gemacht. Es war damals schon interessant und hat auch zu vielen neuen Entwicklungen geführt. Wie heißt es so schön " die Hoffnung stirbt zuletzt "
Gruß Uli
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