Sicherungskasten "upgraded"?

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hrg
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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#31

Beitrag von hrg » 26.10.2019, 20:21

als elektrischer Laie verstehe ich nicht, warum man 12 V Flachstecker isolieren soll: Kurzschluss, Umweltschutz, Korrosionsschutz? Bitte um Entschuldigung für die Frage und bedanke mich für Nachhilfe, freundliche Grüße, Hans

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#32

Beitrag von Triumphator » 26.10.2019, 21:11

...schon mal erlebt, wie schnell ein Kabel brennt? Die Stromstärken im Kfz sind wesentlich höher als zuhause.

Grüsse

Wolfgang
Triumph ist wenn man trotzdem lacht....

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#33

Beitrag von ts27952 » 27.10.2019, 06:54

Hallo Hans,

man sollte grundsätzlich alle spannungsführenden Teile isolieren, um zu verhindern, dass es bei ungewollten Berührungen zu Kurzschlüssen kommt.

Speziell im Auto die Spannungen (6V/ 12V/ 24V in LKW) zwar ungefährlich, dafür können die Stromstärken (aus der Batterie) aber sehr hoch werden. Dies kann dazu führen, das Stellen verschweißen oder sich soweit überhitzen, das es zu Bränden kommt.

Speziell in der Autoelektrik liegt das ganz Fahrzeug (i.d.R. aus Metall) auf einem der beiden Batteriepotentiale (meist Minus, ursprünglich bei Engländern auch Plus). Damit führt jede Berührung zwischen einem spannungsführenden Teil und der Karosserie zu einem Kurzschluss.
Das passiert dann auch, wenn ein Flachstecker sich löst und ein blankes Teil der Karosserie berührt.
Deswegen sollte auch die Flachstecker aus Sicherheitsgründen vollständig isoliert werden.

Gruß, Johannes
Johannes

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#34

Beitrag von Kamphausen » 27.10.2019, 07:51

Mal davon abgesehen, das sie - wie Du selber erwähnst - vor Korrosion geschützt werden....Im Motorraum kann es schon mal nass werden...und in einem Cabrio erst recht...
Das kann - neben Kriechströmen Richtung Karosserie - zu Oxidation führen -> Höherer Übergangswiderstand -> Erwärmung
Die Erwärmung führt wieder zur Versprödung der Kabel(Isolation) und wenn die Abplatzt, ist ein noch größerer Teil un-isoliert...

Bei allen Teilen am TR muß man im Hinterkopf behalten, das das alles für max. 10 Jahre Lebensdauer auslegt war! eher kürzer...

Peter
Wenn du tot bist, dann weißt du nicht, dass du tot bist. Es ist nur schwer für die Anderen. Genauso ist es, wenn du blöd bist!
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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#35

Beitrag von TR674 » 27.10.2019, 10:58

Hallo.
Man kann auch diese Quetschschuhe fast crimpen . Crimpschuhe sind fuer mancheinen schwer zugaenglich - gilt z.B. mich .
Bei den Quetschschuhen gibt es 2 Typen ( abgesehen von der beschaffenheit der Isolierung ) 1. das Quetschende besteht lediglich aus zusammengerolltem Blech von dem Schuh. 2. Ueber dieses zusammngerollte Blech ist noch eine trichterartige Huelse aus Metall unter der Isolierung draufgesteckt. Diese Huelse macht dann die Quetschung sicherer + uebergang Schuh - Kabel "smoother". Wenn man von dem Kabelende in den Schuh hineinguckt, kann man diese Huelse gut erkennen.
Bei der Quetschzange sollte man nicht diese Quetschvertiefungen verwenden, sondern die auf der anderen Seite von dem Drehgelenk angebrachten "Vertiefungen und Zaehne" und zwar so, dass der Zahn den sich in der Metallhuelse befindlichen Spalt zwischen den beiden zusammengerollten Haelften vom Kabelschuh trifft ( wow - komplizierter Satz). Dadurch werden diese Haelften in das Kabel hineingequetscht - fast gecrimpt. Auf jeden Fall sicherere Verbindung als nur quetschen. Die harte Isolierung wird dabei strapaziert, meist reisst sie aber nicht.
Gruesse, Marius

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#36

Beitrag von seidelswalter » 27.10.2019, 17:06


und viele andere Filme auf Youtube, auch Filme, wie man es nicht!!! machen soll!
Youtube weiß (fast) alles!
Viel Spaß beim Guggn!
gute Fahrt
Walter Seidel
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:wave:

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#37

Beitrag von gelpont19 » 27.10.2019, 18:11

Tja Walter - das Video ist nicht sehr hilfreich den Unterschied zwischen crimpen und quetschen dem Laien zu erklären - wird wie so oft in einen Topf geschmissen.

Mit dieser gezeigten Zange wird auch nur gequetscht. Leider auch nur an einer Stelle. Die beim quetschen 2. Pos. in der Kabel mit Isolierung zusätzlich zur Drahtquetschung gedrückt werden fehlt. Das heisst, dass auch die Zugbelastung geringer ist. Das zum Schluss gezeigte quetschen mit dem Seitenschneider halte ich für noch gefährlicher, da somit fast gar keine Kontaktfläche zwischen Draht und Hülse erstellt wird... dann kann ich auch gleich die Zähne nehmen... ;D

Beim richtigen Crimpen faltet die Zange nicht nur den Draht luftdicht in den Hülsenkörper, sondern tut das Gleiche auch in die dafür vorgesehene Verlängerung der Hülse für die Zugentlastung. Man hat also zwei Pressstellen mit unterschiedlichen Durchmessern für max. Halt, aber eben auch den Luftabschluss im Bereich Draht - Hülse. Diese Information geht dem Olli in dem Video komplett ab... ;D - Jung, dumm und dynamisch - schade drum... Leider gibt es bei youtube keine Qualitätssicherung der Beiträge.

Ich kann nur nochmals empfehlen - kauft euch ne richtige Crimpzange - die passenden Kabelschuhe dazu (Sortiment) und übt vorher an Resten, damit der Karren nicht irgendwo einsam abbrennt. Gutes Werkzeug hält ewig. Hab meine seit der Landroverzeit (ca. 1975) Crimpzangen gibt es im ebay zu kaufen, wenn kein Werkzeughandel vor Ort ist.

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#38

Beitrag von batcave » 28.10.2019, 09:21

...Eine gut gemachte Crimpung hält ewig.

Essentiell ist wirklich das Werkzeug. Da sollte man auf jeden Fall nur beste Markenqualität kaufen (zB. Knipex). Das billige Zeug aus dem Baumarkt oder aus der Bucht taugt im Regelfall nicht viel, kostet am Ende nur mehr, weil man dann zusätzlich noch was vernünftiges kaufen muss.

Nur eins ist schlimmer als kein Werkzeug: schlechtes Werkzeug

Viel Erfolg

Achim

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#39

Beitrag von camello » 28.10.2019, 20:19

Crimpen ist nichts anderes als Quetschen. Ich zitier mal aus Wikepedia: Unter Crimpen versteht man ein Fügeverfahren, bei dem zwei Komponenten durch plastische Verformung miteinander verbunden werden, beispielsweise durch Bördeln, Quetschen, Kräuseln oder Falten.

Woran macht ihr da einen Unterschied zwischen Quetschen und Crimpen fest? Auch isolierte Kabelschuhe werden gecrimpt. Dementsprechend heisst die entsprechende Zange auch Crimpzange:

https://www.knipex.de/knipex_preciforce ... sku=975236
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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#40

Beitrag von dakwo74 » 29.10.2019, 06:44

ja...hast Recht. Knipex und Wiki klassifizieren Quetschen unter Crimpen....
Das ganze unterscheidet sich bei der Applikation.
-Kfz-Kabel, Coax, Zündkabel...usw. usw.
Für jede Applikation gibt es einen Crimpeinsatz. (die auch Quetschen kann).

Im (Oldtimer) Kfz Bereich werden gerne folgende Hülse verwendet:
Flachsteckhülse1.JPG
Flachsteckhülse2.JPG
Flachsteckhülse3.JPG
Auch wenn ich noch einige Verbindungen mit isolierte Hülse habe, nehme ich nur noch unisolierte Steckhülse mit Schrumpfschlauch. Die Zugfestigkeit ist deutlich höher und man kann die Vercrimpung schön begutachten. Bei der isolierte Variante, zieht man ans Kabel und schätzt damit ein ob das Kabel ausreichend fest sitzt. Die Übergangswiderstände bei beide Variante sind vergleichbar. Bei sowohl die isolierte als auch die unisolierte Variante gibt es qualitativen unterschied.

Übrigens, mittlerweile habe ich mein ganze EFI Anlage mit der moderne SuperSeal Stecker ausgestattet...dafür gibt es auch einen Crimp-Einsatz.
SuperSeal.JPG
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#41

Beitrag von gelpont19 » 29.10.2019, 08:25

camello hat geschrieben:
28.10.2019, 20:19

Woran macht ihr da einen Unterschied zwischen Quetschen und Crimpen fest? Auch isolierte Kabelschuhe werden gecrimpt. Dementsprechend heisst die entsprechende Zange auch Crimpzange
...nur weil wiki sowas schreibt, erhebt es keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Wirklichkeit...
Das plastische Verformen (zur Verbindungsherstellung) geschieht beim Quetschen gleichzeitig über 3 unterschiedliche Materialien. Allein daraus kann man folgern, dass der Arbeitsdruck nicht so hoch sein kann, wie beim Crimpen. Beim Crimpen habe ich 2 Materialien - die Hülse und die Kupferlitze - letztere wird mehrmals gefaltet, so dass 90% der Lufteinschlüsse zwischen den einzelnen Adern der Litze nach aussen gedrückt werden. Die Kupferlitze wird so mit der Hülse "verschweisst" (aus dem englischen kommend wird crimpen auch mit verschweissen übersetzt).

Um aber dem Laien deutlich zu machen, wo der Unterschied liegt : Nimm ein verquetschtes Kabel, spann das Ende mit der Hülse an der Kontaktseite in den Schraubstock - und mit einem kräftigen Ruck an der Kabelseite (wickel das Ende einfach um eine Kombizange) ziehst du die Quetschstelle auseinander...
Jetzt versuch das Gleiche mit dem gecrimpten Kabel...

Ein für mich persönlich wichtiges Argument zu crimpen ist - was Jochem schon anführte - die Sichtbarkeit des Ergebnisses ! Gerade für den ungeübten Anwender wichtig zu schauen, was er da hergestellt hat.
Warum der Markt versucht quetschen und crimpen zu "verwässern" ist mir ein Rätsel. Nicht das die Mineraloelindustrie da die Finger drin hat... ;D

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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#42

Beitrag von camello » 29.10.2019, 15:15

gelpont19 hat geschrieben:
29.10.2019, 08:25
...nur weil wiki sowas schreibt, erhebt es keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Wirklichkeit...
Naja, immerhin habe ich meine Behautpung mit zwei Quellen belegt. Man kann ja immer die Qualität einer Quelle anzweifeln. Dann müsste man aber wenigstens eine bessere Alternativquelle liefern ;-)
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Re: Sicherungskasten "upgraded"?

#43

Beitrag von gelpont19 » 29.10.2019, 16:58

camello,

...du würdest sicherlich noch mehr Quellen für deine Behauptung finden... das so wie mit "Raider" is jetz "twix". Wenn sich Marketingleute etwas in den Kopf gesetzt haben, weil eine Anordnung von oben dahintersteht, wird es flächendeckend ausgeführt. (meine Tochter arbeitet in der Branche)

Ich beziehe mich dabei auf die Historie...ich hab am Anfang meiner Schrauberei auch gequetscht. Crimpen war unbekannt. Im belasteten Bereich (Landrover) haben wir meist gelötet.... ausserdem denke ich aber, dass wir den Unterschied zu beiden Verfahren hier deutlich gemacht haben. Im Gegensatz zu den Dealern (meist machen sie die Produkte nicht selbst) die die Begriffe in einen Topf werfen. Es muss aber ein triftiger Grund dahinterstecken, der sich mir nicht sicher erschliesst. An meinem 4 J. alten Benz hab ich noch keine Quetschkontakte gefunden - kommt vielleicht bald, da die Handhabung mit den bunten Steckern einfacher ist (Arbeitsgänge, optische Erkennung mittels Farbsensoren, Verwechselungsgefahr etc.)

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