Niedergang von Diesel & Otto ?

Hier gehören übergreifende Themen wie z. B. der Wartungsplan vor dem Winterschlaf hinein.
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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#16

Beitrag von hneuland » 16.08.2017, 20:12

doktorschlosser hat geschrieben:
16.08.2017, 10:38
EINE WEISHEIT DER DAKOTA INDIANER LAUTET:
"WENN DU MERKST, DASS DU EIN TOTES PFERD REITEST, STEIG AB."
Gerhard,

bei uns im Rheinland ist man nah bei den Dakota's - man macht Sauerbraten draus....
was im übrigen Deine Darstellung der Analysestrukturen bei uns Deutschen angeht, da stimme ich Dir zu. Es ist grauslich geworden. Warum ist es so schwer eine Tatsache als Tatsache zu begreifen anstatt immer nach "Schuldigen" zu suchen?

@ alle - was das E-Auto angeht - is'ne Totgeburt. Hat nur noch nich jeder gemerkt (s. Doktorschlossers Analyse). Hier im Forum gibt es dagegen überwiegend Wissende. Weshalb die Totgeburt dennoch weiterpropagiert wird, versteh' ich nicht. Ein E-Motor ist ja im Prinzip 'ne feine Sache, solange man ihn am Kabel betreiben kann. Aber mit Batterien????????

Liebe Grüße
Horst

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#17

Beitrag von Triumphator » 16.08.2017, 20:24

DIE Lösung:

Triumph ist wenn man trotzdem lacht....

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#18

Beitrag von Gyula » 16.08.2017, 20:26

Hey Horst!

E - Auto mit Batteriebetrieb ist ne Totgeburt, ja da stimme ich dir zu, aber........
bitte genauer lesen!
Wir sind bei E - Autos mit Brennstoffzelle -> nix Batterie!

Liebe Grüße
Gyula
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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#19

Beitrag von hneuland » 16.08.2017, 20:34

Gyula hat geschrieben:
16.08.2017, 20:26
Wir sind bei E - Autos mit Brennstoffzelle -> nix Batterie!
Liebe Grüße
Gyula
Gyula,

da stimme ich Dir voll zu, mein Beitrag bezog sich auf das "klassische" E-Auto - so wie in dem herrlichen Link von Wolfgang beschrieben.
Isse aber 'ne Super-Diebstahlsicherung - nur eine Batterie rausnehmen un schon steht die Karre

Horst

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#20

Beitrag von Garfield » 16.08.2017, 21:14

Auch tot, die Zelle. Mit Wasserstoff zu gefährlich, mit Ethanol zu Flächenintensiv.

Allenfalls ein Nischenprodukt.

Gruß, Peter
Der Westfale versteht nichts, guckt aber interessiert.

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#21

Beitrag von Gyula » 16.08.2017, 21:26

Hallo Peter!

Wo sollte deiner Meinung nach die Reise hingehen?

Liebe Grüße
Gyula
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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#22

Beitrag von Berthold » 17.08.2017, 09:10

Gyula hat geschrieben:
16.08.2017, 21:26
Hallo Peter!

Wo sollte deiner Meinung nach die Reise hingehen?
Das würde mich auch interessieren.

Wie hat Kamphausen so treffend geschrieben.
Kamphausen hat geschrieben:
16.08.2017, 07:29
Denke, das hat nix mit "grün", "öko", "bio" & Co zu tun sondern ist einfache Mathematik und Logisches Denken...

Wir können so lange alles anzünden, was Brennbar ist, bis nix mehr da ist...Öl, Gas, Holzvergaser....

Peter
(Der keinen Bock auf Carsharing hat...)
Ich habe eigentlich auch keinen Bock auf Carsharing, glaube aber das es garnicht so viele Möglichkeiten gibt wo die Reise hingehen muss. Wir sollten uns mal daran erinnern was der Auslöser der Diskussion ist. Es geht um die schlechte bzw. gesundheitsschädliche Luft in den Großstädten. Im vom Schnippel verlinkten Beitrag #11 von Quarks & Co wird das sehr anschaulich dargestellt.

Selbst wenn die Aussage zutreffend ist, dass der Schornstein des Kraftwerks der Auspuff des E-Autos ist, so ist genauso zutreffend das das E-Auto die Luftqualität in den Innenstädten verbessern wird. Es wird nach meiner Einschätzung keine schnelle Lösung auf Basis von Wasserstoff geben. Daher müssen wir kurz von langfristigen Zielen trennen und leider auch Brückentechnologien als Zwischenlösung einsetzen. Kurzfristig geht es erst mal nur um die Ballungsräume.

Kurz- bis mittelfristig
- Öffentlichen Nahverkehr stark ausbauen und steuerfinanziert Preise senken, dadurch Individualverkehr unattraktiv machen.
- Wo möglich Obusse einführen.
- Fahrgemeinschaften fördern. Z. B. Spuren für Fahrzeuge mit nur einer Person sperren.
- Kostenfrei Parkplätze für E-Autos.
- Kleinwagen gegenüber SUV durch z. B. kleinere Parkplätze bevorzugen.
- Kleinwagen steuerlich deutlich bevorzugen.
- Fahrradwege ggf. auch zu Lasten des Straßenverkehrs ausbauen.
- Möglichst viele städtische Fahrzeuge durch E-Autos ersetzen.
- Für innerstädtische Lieferfahrzeuge E-Autos vorschreiben (nur betroffene Großstädte).
- Die Bahn nicht weiter privatisieren, dafür aber massiv ausbauen.
- Fracht- und Personentarife bei der Bahn steuerfinanziert deutlich senken.
- Carsharing am Bahnhof.
- Kein Gülleimport mehr aus den Niederlanden.
- Überdimensionierte Müllverbrennungsanlagen schließen. Kein Müllimport zur Verbrennung mehr.
- ...

Langfristig
- Verkehrsvermeidung u. a. durch intelligente Stadtplanung.
- Trend zu Megacitys stoppen.
- Leben auf dem "Land" wieder attraktiver machen inklusive neuer Arbeitsplätze.
- Kurzstreckenflüge durch Hochgeschwindigkeitszüge ersetzen.
- Fleischkonsum weitgehend durch Insektennahrung ersetzen. Dadurch weniger Methan in der Luft.
- Mobilität auf Basis der Wasserstofftechnologie. Notwendige Energie ausschließlich aus regenerativen Quellen.
- ...

Euch fallen bestimmt noch mehr und bessere Möglichkeiten ein.

Hier wird ja vielfach die Meinung vertreten, dass akkubetriebene Fahrzeuge keine Zukunft haben. Dies ist langfristig sicher richtig. Aber diese Fahrzeuge werden wir wohl eine Weile einsetzen müssen, wenn wir die Luft in den Innenstädten kurzfristig und nachhaltig verbessern wollen. Auch für die Weiterverwendung der Akkus nach ihrer Zeit im Auto gibt es bereits Ideen bzw. reale Projekte. Selbst beim Thema Recycling scheint es neue und vor allem bessere Techniken zu geben. Wenn sich diese Dinge auch außerhalb der Labore im großen Stil umsetzen lassen, sieht es mit dem E-Auto gar nicht mal so schlecht aus. Wir sollten die zweifellos vorhanden Probleme durch neue Entwicklungen lösen und nicht die Patente den anderen überlassen. Nichts zu tun weil man glaubt es geht ohnehin nicht, ist nicht die Lösung.

Eines ist klar, wenn wir nicht anfangen zu handeln holt uns dieses Problem schneller ein als uns lieb ist. Man braucht sich nur die Bilder aus China anzusehen um zu verstehen wohin unbeschränkte Mobilität mit Verbrennungsmotoren und die Produktion ohne ausreichende Abgasreinigung führt. In meiner Nachbarschaft fahren Eltern ihre volljährigen Kinder jeden Tag mit dem SUV zur 400 Meter entfernten Straßenbahn. Vor der Kita ist ebenfalls ein großer SUV Parkplatz. So sollte die Zukunft nicht aussehen.

Es ist Zeit zu handeln. Auch wenn sich nicht jede Idee als praxistauglich erweist, sollte man es trotzdem mal probieren. Nur so kann mal letztlich feststellen welche Lösungsansätze sich auf Dauer durchsetzen.

Schade das Politiker wegen ihrer Wiederwahl immer nur im 4 Jahreszyklus denken. So werden die eigentlich notwendigen langfristigen Planungen fast unmöglich. Diese Thematik wäre eigentlich das ideale Betätigungsfeld für die Grünen. Warum passiert da nichts???

Immer nur zu sagen - geht nicht - bringt uns nicht weiter. Ich habe zum Glück noch Visionen und auch die Hoffnung das sich die Erkenntnis durchsetzt, dass wir grundsätzlich einiges verändern müssen und dies auch tun.

Gruß Berthold

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#23

Beitrag von hneuland » 17.08.2017, 11:08

jauuu Berthold,

fast alles richtig und nur wenig verkehrt - kann durchaus zustimmen, dass Brückentechnologien aktuell nötig sind. Wir leben ja schon lange mit allerlei Brückentechnologien - die Meisten ohne es zu merken. Erinnere nur an die Kernkraft.....
Mir scheint jedoch, dass heute nur Lösungsansätze allgemein verstanden werden, die sich mit den zwei Daumen am Smartphone abrufen und bedienen lassen. Was wir brauchen sind aber Lösungen mit Bestandskraft, auch wenn sie erst nach Jahren möglich werden. Einsteins Relativitätstheorien wurden auch erst Jahrzehnte später bewiesen...
Was mir derzeit vor allem dazu einfällt - weniger fahren :dream:

Liebe Grüße
Horst

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#24

Beitrag von Garfield » 17.08.2017, 12:47

Berthold, es macht keinen Sinn, nur weil man ein ein Stück weit in die Sackgasse hineinsehen kann, auch in sie hineinzugehen.

Da ich persönlich alles sozialistische Ablehne denke ich, dass der Markt es regeln wird. Natürlich werden Rohölprodukte teuerer, wenn sie knapper werden. Allein deshalb werden die Autos immer sparsamer - denn auch bereits vor 40 Jahren, als die sogenannten Grünen uns mit völlig neuen Ideen beglückten, wie zum Beispiel Plastikplanen über Wälder um das Waldsterben zu stoppen oder aber Pädophilie zu legalisieren, war gerade mal wieder "Jetzt ist Zeit zu handeln". Dass diese Ideen nicht gerade zielführend waren ist heute evident - dennoch hat sich die Luftqualitätswert, gerade in den Innenstädten, sehtdem dramatisch verbessert, und das bei vervielfachtem Individual- und Lieferverkehr.

Und eines werde ich ganz sicher nicht: mich von einer engeren Parklücke abschrecken lassen. Nehme ich eben 2 Plätze...

Und noch viel sicherer werde ich keine Insekten oder Würmer fressen...

Und am allerwenigsten nach Göteborg mit dem Zug fahren. Da nehme ich weiterhin die Kerosinschleuder - das ist, neudeutsch, alternativlos.

Und irgendwie kann ich das wenigste von dem unterschreiben, was Du vorgeschlagen hast.

Ich gehe jetzt hier, am Rande von Dortmund und dem Ruhrgebiet, mal raus, ein wenig frische Luft schnappen. Denn die ist wirklich viel besser als früher, als Hoesch noch Stahl kochte und Hansa Koks gemacht hat.

Gruß, Peter
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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#25

Beitrag von TR7Heinz » 17.08.2017, 13:27

Ich für meinen Teil fahre eh schon S- und U-Bahn auch und immer noch der Umwelt zuliebe trotzdem sich die "Pünktlichkeit" nicht hält und die Ausfälle immer mehr werden. Ich weigere mich Kakerlaken, Heuschrecken oder sonstiges Getier aus den Niederungen des Lebens mir einzuverleiben. Das mit den kleineren Parkplätzen ist schon gescheitert da diese kleinen Fahrzeuge von Lenkern gesteuert werden die sehr gerne quer oder schräg parken und da jetzt schon mehr als 2 Plätze belegen.

Und für unser Katerchen speziell ........ Peter Du bist nicht alleine wie das Institut für Demoskopie Allensbach festgestellt hat und in der FAZ veröffentlicht:

https://www.faz.net/aktuell/stil/drinnen ... 52162.html
Grüße
Heinz

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#26

Beitrag von Berthold » 17.08.2017, 17:10

Garfield hat geschrieben:
17.08.2017, 12:47
Da ich persönlich alles sozialistische Ablehne denke ich, dass der Markt es regeln wird.
Was der Markt so alles regelt sehen wir ständig. Ich erinnere nur mal an die Bankenkrise oder die DotCom Blase (Stichwort Telekomaktie) oder noch besser Fracking. Wer diesen Film gesehen hat wird sich Gedanken über die Funktion des Marktes machen. Der Markt wird aus meiner Sicht von Spekulanten geprägt und regelt so gut wie nichts im Sinne der Allgemeinheit.
Nicht vergessen: Gier frisst Hirn!!!! Danach kommt das dicke Ende für alle.
Auch der Markt wird einmal verbrannte Rohstoffe nicht wiederbeschaffen können. Also wird irgendwann das Ende der Verbrenner kommen. Heute kann niemand sicher sagen wann es so weit ist. Ich glaube das es noch Jahrzehnte dauert und viele von uns das nicht mehr als aktive Autofahrer erleben werden. Aber meine Enkel werden das Problem genauso erleben, wie sie auf das Rindersteak werden verzichten müssen wenn die dann 9 Milliarden Menschen nicht mehr auf die uns gewohnte Art ernährt werden können. Augen zumachen hilft nicht.

Ich bin jetzt raus aus diesen Beiträgen. Es hätte sicher Anknüpfungspunkte für interessante Diskussionen gegeben. Aber das kriegen wir offensichtlich nicht hin.
In meinem alten Job als Krisenmanager habe ich nahezu jeden Tag von vielen Seiten gehört was alles nicht gehen soll. Mit der nötigen Konsequenz hat es dann meistens doch funktioniert. Probleme löst man nur durch Veränderungen, auch wenn sie nicht jedem gefallen.

Gruß Berthold
(der auch gerne Auto fährt)

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#27

Beitrag von hneuland » 17.08.2017, 17:53

Berthold hat geschrieben:
17.08.2017, 17:10
Ich bin jetzt raus aus diesen Beiträgen. Es hätte sicher Anknüpfungspunkte für interessante Diskussionen gegeben. Aber das kriegen wir offensichtlich nicht hin.
Gruß Berthold
(der auch gerne Auto fährt)
lieber Berthold,
nu sei mal nich gleich so "angepisst" - es gibt sie durchaus, die Anknüpfungspunkte. Wir diskutieren hier im Forum jetzt drei Themen gleichzeitig zu dem Komplex. Und haben 'ne Menge Vorschläge aber auch Kontroversen. So muss das sein, wenn Lösungen gesucht werden. Auch ich hab' in meinem Berufsleben als "Krisenmanager" agiert (agieren müssen). Da hab' ich gelernt "wenn zwei der gleichen Meinung sind, ist einer überflüssig". Was in unserem System immer noch gut funktioniert, dass sich am Ende meist ein Kompromiss finden lässt. Gar nicht so selten ist das gar eine gute Lösung. Aber nur wenn Fachleute kontrovers miteinander diskutieren. Nur so kommt was bei raus....

Was Kapitalismus oder Sozialismus angeht - beides in Rohform taugt nix. Ich habe vor 25 Jahren dazu beitragen müssen, die Folgen von 40 Jahren real existierendem Sozialismus abzutragen. Weißt Du, was aus der - im Prinzip guten - Idee "Kommunismus" zuletzt geworden ist: Staatskapitalismus. Hauptunterschied zum "richtigen" Kapitalismus waren die das System lenkenden Menschen. Während im Kapitalismus (meistens) die fähigsten Menschen bestimmten, waren es im Sozialsmus die von einer allwissenden Partei anfangs noch nach ideologischen Kriterien in Leitungsfunktionen bestimmten. Später ging's auch denen nur noch um den persönlichen Vorteil.
Natürlich gibt's auch bei Sozis Lerneffekte - sieht man derzeit in China. Ein kommunistisches (?) land mit einer kapitalistischen Ausprägung, die selbst die kapitalismusverwöhnten Amerikaner alt aussehen lässt. Auch unsere landeseigenen Sozis (die ganz linken mal ausgenommen) haben seit dem Godesberger Programm erkannt, dass mit Umverteilungsszenarien kein Blumenpott zu gewinnen ist. Und die Schröder'sche SPD war zuletzt dem Kapitalismus ganz nah. Jetzt gibt's ja mit Martin wieder "Soziale Gerechtigkeit"(???)
Also - auf die Mischung kommt's an! Man muss nur das richtige Verhältnis finden - wie überall im Leben :dream:

Liebe Grüße
Horst

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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#28

Beitrag von Garfield » 17.08.2017, 19:00

Da hat der Hotte Recht! Mr. 100% rockt das mit der sozialen Gerechtigkeit...
IMG_0045.JPG
IMG_0045.JPG (45.99 KiB) 432 mal betrachtet
Aber ganz ehrlich: Man schau auch mal auf das, was erreicht wurde. Wir haben eine spürbare (und nicht nur messbare, akademische!) Luftverbesserung erreicht, im Rhein kann man wieder schwimmen und es gibt dort Lachse, die Lebenserwartung ist deutlich gestiegen. Alles ohne Veggie-Day oder Maden-Burger. Autos sind sicherer geworden, und es sterben jedes Jahr weniger durch den Straßenverkehr. Und, was man auch nicht verkennen darf: Es sterben deutlich weniger Menschen durch NOx aus dem Autoverkehr als durch das Rauchen (das zuerst verboten werden sollte) oder durch Wohlstandskrankheiten.

Man kann alles erreichen, wenn man das will. Auch ich bin in meinem Betrieb "Krisenmanager", jeden Tag. Dennoch muss man immer abwägen ob das gewünschte Ziel auch mit vertretbarem Aufwand zu erreichen ist, oder ob gar die negativen Auswirkungen des erforderlichen Handelns nicht dringend gebieten vom Ziel abzusehen - bei Heuschrecken und Maden sehe ich das sowas von deutlich....

Gesprächsbereit, Peter
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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#29

Beitrag von Gyula » 18.08.2017, 15:58

Hi!

Danke für eure rege Teilnahme!
Es sind viele gute, sachlich geführte Beiträge.
Das Bild mit dem Braunkohlekraftwerk und der Videoclip vom Mercedes AA zeigen für mich gut, wie Probleme einfach an einen anderen Ort verlagert werden.
Wir sind aber viel mehr Mitglieder in diesem Forum und es gibt noch genug Möglichkeiten um mit zu mischen...

Klar, dass es neben der Problematik rund um Otto & Diesel noch sehr viele Felder gibt, die es zu beackern gilt.
Für mich ist da noch etwas zu wenig (Anzahl der Personen) zu dem Startthema gekommen.

* Was sagen die Befürworter von Otto & Diesel?
Alles egal, hauptsache ich habe alles was mir lieb ist?
Erdöl, Erdgas, Braunkohle & Fracking bis zum geht nicht mehr? Hauptsache der Rubel rollt?

* Und welche Meinungen gibt es zum Thema Brennstoffzelle?
Zum Betrieb einer Brennstoffzelle können viele "Treibstoffe" eingesetzt werden (z.B. auch Ethanol u.v.m.), aber vorsicht nur Wasserstoff kann ohne schädliche Abgase in Strom gewandelt werden (mein Wissensstand...).
Zur Herstellung von Wasserstoff können ebenfalls mehrere Basisstoffe herangezogen werden. Aber nur Wasser stellt sicher, dass keine Nebenprodukte die Umwelt belasten.
Und der Strom zur Herstellung von Wasserstoff kommt aus der Steckdose?
Wie kommen wir zu umweltneutral erzeugtem Strom.

* Wie sind die Chancen des Batteriebetriebenen Autos?
Die Ausbeutung der Rohstoffe ist groß und auch endlich, die Umweltbelastung bei der Entsorgung ebenfalls.
Für mich daher nur eine kurzfristige Zwischenlösung.

Kommt, schreibt uns eure Meinung.......

Liebe Grüße
Gyula
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Re: Niedergang von Diesel & Otto ?

#30

Beitrag von Garfield » 22.08.2017, 10:03

Ich bin da gerade auf etwas gestoßen, was mittel- oder langfristig beiden "Lagern" vielleicht gerecht werden könnte:


Klimaneutrale Autos mit Verbrennungsmotor


Bosch Presseinfo
E-Mobility in Oldtimern ist zwar nicht unmöglich, wie einige Firmen zeigen, die sich auf Umbauten spezialisiert haben. Mehr Informationen dazu findet man in dem Bericht "Oldtimer an der Klippe".
Wenn die Industrie auch Klima-freundliche Lösungen, für alte Antriebstechniken suchen und finden würde, dann wäre das natürlich sehr erfreulich. Das Versorgungsystem mit Treibstoffen müsste nicht völlig neu aufgestellt werden. Tanken würde nicht mehre Stunden dauern und trotzdem könnten neue Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden. Für uns ganz wichtig, alte Fahrzeuge könnten auch in vielen Jahren noch wie bisher weiter genutzt werden.
Der Satz "Heutiges Tankstellennetz nutzbar, keine Umrüstung bei alten Fahrzeugen" in der aktuellen BOSCH-Presseinformation ließ uns aufhorchen.

Klimaneutrale Autos: Bei synthetischen Kraftstoffen wird CO2 zum Rohstoff

Bosch-Studie zeigt großes Einsparpotenzial
Um Klimaziele zu erreichen, braucht es Ergänzung zur Elektromobilität
Bosch-Chef Denner: „Verbrennungsmotor kann zum CO2-neutralen Antrieb werden.“
eFuels können herkömmlichem Kraftstoff beigemischt werden und tragen so direkt zur CO2-Senkung in der bestehenden Fahrzeugflotte bei
Synthetische Kraftstoffe haben in Europa bei konsequentem Einsatz in Pkw bis 2050 ein Einsparpotenzial von 2,8 Gigatonnen CO2
Gerlingen - Ein CO2-neutraler Verbrennungsmotor – was vor wenigen Jahren wohl noch ins Reich der Fantasie gehört hätte, kann bald Realität werden. Der Kniff sind synthetische Kraftstoffe, sogenannte eFuels. Diese binden bei der Herstellung CO2. Das Treibhausgas wird so zum Rohstoff und mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom lässt sich daraus Benzin, Diesel oder Gas herstellen. „Synthetische Kraftstoffe können Benziner und Diesel CO2-neutral machen und einen großen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung leisten“, sagt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Wie groß dieser Beitrag allein im Pkw-Bestand Europas wäre, haben Bosch-Experten errechnet: Bis 2050 könnte der konsequente Einsatz von synthetischen Kraftstoffen ergänzend zur Elektrifizierung bis zu 2.800.000.000.000 Kilogramm CO2 (= 2,8 Gigatonnen) einsparen. 1 Das entspricht der dreifachen Menge des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes von Deutschland im Jahr 2016.

Rußarme Verbrennung reduziert Kosten der Abgasnachbehandlung

Der Blick über Europa hinaus zeigt die Dringlichkeit, die Emissionen im Verkehr weiter zu reduzieren: Um die in Paris gesteckten Klimaziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen des Verkehrs in den nächsten vier Jahrzehnten weltweit um 50 Prozent gesenkt werden, in den Industriestaaten um mindestens 85 Prozent. 2 „Um die künftigen Klimaziele zu erreichen, braucht es neben der Elektromobilität weitere intelligente Lösungen“, sagt Denner. Denn selbst wenn alle Autos eines Tages rein elektrisch fahren: Flugzeuge, Schiffe und selbst Lkw werden auch zukünftig überwiegend mit Sprit angetrieben. CO2-neutrale Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb ein vielversprechender weiterer Pfad – und zwar auch im Pkw. Hinzu kommt, dass synthetische Kraftstoffe so designt werden können, dass sie praktisch rußfrei verbrennen. Damit lassen sich die Kosten der Abgasnachbehandlung reduzieren.

Ein weiterer zentraler Vorteil dabei ist, dass das bestehende Tankstellennetz weiter genutzt werden kann. Selbiges gilt auch für das bestehende Know-how bei der Verbrennungstechnik. Und obwohl Elektroautos in den nächsten Jahren deutlich günstiger werden, könnte sich die Entwicklung der Kraftstoffe lohnen. Bosch hat errechnet, dass je nach Kosten der eingesetzten regenerativen Energie ein mit eFuels betriebener Hybrid bis zu einer Laufleistung von maximal 160.000 Kilometern günstiger sein könnte als ein Langstrecken-Elektroauto.

Heutiges Tankstellennetz nutzbar, keine Umrüstung bei alten Fahrzeugen

Technisch ist es schon heute möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen. Wenn der Strom, der dafür eingesetzt wird, regenerativ – und damit CO2-frei – gewonnen wird, sind diese Kraftstoffe klimaneutral und vielseitig verwendbar. Mit dem Ausgangsstoff H2 können Brennstoffzellen betrieben werden, mit weiter verarbeiteten Kraftstoffen auch Verbrennungsmotoren oder Flugzeugturbinen. Für synthetischen Diesel, Benzin und Gas erfolgen derzeit erste Industrialisierungen in Pilotprojekten in Norwegen und Deutschland. Dazu kommt: Weil sie mit der bisherigen Infrastruktur und Motorengeneration kompatibel sind, wirken synthetische Kraftstoffe direkt im Bestand und damit deutlich schneller als eine Flottenerneuerung durch Elektrofahrzeuge. Auch für Fahrer älterer Fahrzeuge würde sich nichts ändern: Denn synthetisch erstelltes Benzin bringt selbst einen Oldtimer zum Fahren – es bleibt von den chemischen Strukturen und grundsätzlichen Eigenschaften nach wie vor Benzin.

Q&A – Weitere Informationen zum Thema eFuels:

Was muss getan werden, damit eFuels sich durchsetzen?

Damit sich synthetische Kraftstoffe in der Breite durchsetzen, ist trotz allem noch große Anstrengung notwendig. Denn die Anlagentechnik ist heute noch teuer und es gibt nur wenige Testanlagen. In Deutschland fördert deshalb das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie synthetische Kraftstoffe im Rahmen der Initiative „Energiewende im Verkehr“. Auch die zunehmende Verfügbarkeit und der zukünftig sinkende Preis von regenerativ erzeugtem Strom werden die Durchdringung der Kraftstoffe in der Breite beschleunigen.

Wie werden synthetische Kraftstoffe hergestellt?

eFuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien hergestellt, indem aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert wird. Für einen flüssigen Kraftstoff wird nun noch Kohlenstoff benötigt. Dieser kann aus Industrieprozessen oder sogar mit Filtern aus der Luft gewonnen werden. Aus CO2 und H2 gewinnt man anschließend den synthetischen Kraftstoff – also Benzin, Diesel, Gas oder auch Kerosin.

Wie teuer wird der Kraftstoff sein?

Noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aufwendig und teuer. Doch ein Markthochlauf der Produktion sowie eine günstige Preisentwicklung beim Strompreis könnten dafür sorgen, dass synthetisch erzeugte Kraftstoffe deutlich günstiger werden. Langfristig sind nach aktuellen Studien reine Kraftstoffkosten von 1,00 bis 1,40 Euro pro Liter realisierbar (exklusive Steuer).

Was unterscheidet eFuels von Biokraftstoffen?

Anders als bei Biokraftstoffen gibt es bei synthetischen Kraftstoffen nicht die Abwägung zwischen Tank und Teller. Mit erneuerbarem Strom lassen sich eFuels zudem ohne die bei Biokraftstoffen zu erwartende Mengenbegrenzung - bspw. durch begrenzte Anbauflächen – herstellen.

Quellen:

1 Roadmap zum defossilisierten Antrieb; Dipl.-Ing. Ulrich Schulmeister, Dipl.-Ing. Steffen Eppler: VDA – Technischer Kongress 2017

2 https://ec.europa.eu/clima/citizens/eu_en

3 Bosch Presseinfo

Gesamtquelle:
https://classicindex.eu/classic-journal/ ... nungsmotor

Gruß, Peter
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