Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

Mick58
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Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#1

Beitrag von Mick58 » 26.07.2020, 09:48

Moin,
ich hab da noch ne Frage bei der ich eure Hilfe brauche.

Ich versuche gerade mich in einige Fahrzeugdaten einzuarbeiten und stosse dabei auf eine
Nummernkombination, die es m.M. eigentlich gar nicht geben kann.
Vlt. weiß jemand Rat.

Es handelt sich um ein US Modell aus `73 mit Vergaser.

Die Fahrzeug Ident Nr. trägt die Buchstaben CF …. und hinten …U
Das Werkstatthandbuch sagt dazu: CC/CF …. für die Baureihe MIT Vergasermotor
Zusatz U …. 1972 Modelle für USA
Soweit erst Mal alles klar.

Die Motornummer trägt die Buchstaben CP …. und hinten H… , ausserdem steht in den Papieren
eine Leistung von 105 KW.

Das Werkstatthandbuch sagt jedoch, dass „ CP/CR ...die Vorschubbuchstaben für die Baureihe MIT Kraftsstoffeinspritzmotor..“ sind
und H für …“ hohe Verdichtung “ steht.

Zu den eingetragenen 105 KW (143 PS) steht bei Wikipedia:
„…Die europäische Version des TR6 (PI benannt = Petrol Injection) hat einen 6-Zylinder-Reihenmotor mit 2,5 Liter Hubraum und mit einer mechanischen Saugrohreinspritzung von Lucas Industries. Dieser leistet 143 PS, die über ein 4-Gang-Schaltgetriebe übertragen werden. Wegen der Abgasbestimmungen in den USA haben die dort verkauften Modelle einen Motor mit einem Doppelvergaser, der zwischen 98 und 106 PS leistet[4]. Ab 1973 erhielten auch die in Europa ausgelieferten Fahrzeuge einen schwächeren Motor mit einer auf 123 PS gedrosselten Leistung…“

Daraus schließe ich, dass irgendwann in der Vergangenheit der Motor getauscht wurde.
Aber nicht gegen einen anderen Vergasermotor, sondern gegen einen europäischen Einspritzer, der auf Vergaser umgerüstet wurde
und der deutlich älter als das Fahrzeug sein muss, da 1973 (dem Baujahr des Fahrzeugs) gar keine Einspritzer mehr mit 105 KW produziert wurden.

Sind meine Schlussfolgerungen soweit richtig?

Ausserdem frage ich mich, ob eingefleischte Puristen die Tatsache, dass kein „echter“ Vergasermotor eingebaut wurde , sondern ein umgebauter Einspritzer,
der zudem nicht zum Baujahr des Fahrzeugs passt, als wertmindernd betrachten.

Wenn dem so ist, mit welchem Abzug müsste man im Fall eines späteren Verkaufs aufgrund dieses Umstands rechnen?

Gruß
Mick

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#2

Beitrag von hneuland » 26.07.2020, 11:33

tach Mick,

Du hast wohl schon die richtigen Schlussfolgerungen gezogen. Umbauten dieser Art sind gar nicht so selten. Manchmal werden auch oder zusätzlich noch Teile gewechselt, etwa der Zylinderkopf. Wenn alles zusammenpasst ist das kein Problem. Nicht selten haben TR'ler ihren Einspritzer in eine Vergaserversion umgerüstet, weil Vergaser als leichter zu handeln gelten. Wird dann irgendwann noch der komplette Motor in ein anderes Auto eingebaut, ist die Verwirrung komplett.
Der umgekehrte Fall, Umrüstung von Vergaser auf Pi ist eher selten, gibt's aber auch.

Zu Deiner Frage nach Originalität oder Wertminderung. Das Thema Originalität ist hier im Forum schon oft behandelt worden und hat sogar gelegentlich Streitereien ausgelöst. Die Realität ist dagegen, dass ein Jeder sein Auto so (um)bauen darf wie er mag. Lediglich der TÜV setzt da gelegentlich Grenzen. Wenn ein solcher Umbau dagegen technisch richtig gemacht wurde, haben sogar Gutachter damit kein Problem. Die Spielräume sind da groß, wie Du ja schon geschrieben hast - zwischen 90 bis 143 PS. Dazu kommen dann noch unterschiedliche Getriebe und Hinterachsübersetzungen für die US-TR's.

Abzug beim Verkauf - auch diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei einem Verkauf bestimmt eher der Gesamtzustand des Autos als einzelne Teile den Wert. Es mag Spezialisten geben, die ausschließlich an "Originalen" interessiert. Die haben's bei TR schwer, hier gibt es nur selten Autos in noch komplett originalem Zustand. Und die sind dann oft nicht (mehr) gebrauchstauglich. Ich würde mir also um eine etwaige Minderung beim Verkaufswert keine Gedanken machen. Das spielt sich, wenn überhaupt, nur in geringen Margen ab.
Schau besser darauf, dass Deine Umrüstungen in sich stimmig sind, passen ZK und Nockenwelle zur Umrüstung. Welcher Vergasertyp ist montiert? Ist die Verdichtung ok? Passen auch die übrigen Aggregate, Verteiler, Getriebe, Overdrive(?), Hinterachse zusammen?

Hierzu kannst Du im Forum gern Fragen stellen. Es gibt bei uns Spezialisten, die alles mit Jedem zusammenbringen wenn Du die entsprechenden Teile-Nummern nennst.

Im Übrigen sieh eher zu, dass das Auto gut läuft und Du Spaß daran und damit hast, egal welcher Motor drin werkelt....

Liebe Grüße
Horst

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#3

Beitrag von Mick58 » 26.07.2020, 12:16

Hallo Horst,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Beruhigt mich. Ich werd mal versuchen die anderen Punkte der Umrüstung abzuklopfen.

Schönen Sonntag

Mick

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#4

Beitrag von runup » 26.07.2020, 12:18

servus mick
jetzt hat horst so viel geschrieben, aber was ist bestimmt NICHT UNWICHTIG??
ein CLASSIC DATA Wertgutachten.
mfg

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#5

Beitrag von Mick58 » 26.07.2020, 12:37

runup hat geschrieben:
26.07.2020, 12:18
servus mick
jetzt hat horst so viel geschrieben, aber was ist bestimmt NICHT UNWICHTIG??
ein CLASSIC DATA Wertgutachten.
mfg
:top:

Die übrigen von Horst genannten Komponenten scheinen aber bei dem Wagen zu passen.
Der jetzige Halter fährt seit 8 Jahren (mit Weber-Vergaser) damit rum ohne Probleme.

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#6

Beitrag von hneuland » 26.07.2020, 13:03

hallo Mick,

Nachschlag, Manfred (runup) hat nicht Unrecht. Wenn Du es erreichen kannst, einige Dich mit dem Vorbesitzer auf die Anfertigung eines Gutachten. Das ist preislich überschaubar, gibt Dir aber Sicherheit, falls einige Komponenten doch nicht zusammenpassen sollten.

Gruß Horst

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#7

Beitrag von Fuzzy » 26.07.2020, 13:23

Hallo,
Horst hat dir ja schon mit viel Infos geantwortet.
Von meiner Seite noch ein paar Anmerkungen.

Ein schöner, unverbastelter, matschig number TR, das hat schon was.
Und es kommt darauf an. Bei einem Top-Exemplar könnte es schon Abzüge geben. Aber diese Fahrzeuge sind selten und teuer.

Bei einem ordentlichen Durchschnitts-TR zählen andere Dinge:
- Unfallfrei?
- Rostfrei?
- geschweißt? >>>alle originale Sicken sichtbar?
- ordentliche Technik?
- funktioniert alles?
Erst dann kommen die einfacheren Sachen:
- Lack
- Innenausstattung

Zum Motor:
Viele zusätzliche Infos kannst du bei Bedarf auch aus dem Netz oder den Ersatzteilkatalogen zusammentragen.
Wenn ein 6er-Motor schon mal komplett überholt wurde und dabei der Block geplant wurde, dann war's das mit der Motornummer. Die ist ja auch nicht so wichtig.
Es gab frühe Blöcke ohne den “Verstärkungssteg“ am Block. Ob der was bringt, keine Ahnung. Und die Späteren mit Steg.
Bei den Köpfen gab es auch verschiedene.
Die frühen Vergaser mit der bescheuerten kurzen Ansaugbrücke. Die hatten soweit ich weiß auch kleinere Auslassventile.
Und die PI-Köpfe sowie die späteren Vergaser. Die sind vom Guss her alle gleich bzw. sehr ähnlich. Die wurden im Wesentlichen nur unterschiedlich zerspant. >>>Verdichtung. Die Köpfe habe alle Gussnummern und eingeschlagene Nummern. Im Netz gibt es einige Tabellen die bei der Identifizierung helfen. Viele haben bei den Vergasermodellen aber sowieso die Verdichtung erhöht. Da kannst du dann die Höhe des Kopfes messen.

Mir wäre wichtig, dass ein 2,5l Motor drin ist. Klar, wenn möglich der der laut Geburtsurkunde rein gehört. Wenn nicht, dann gerne ein späterer mit PI- oder mit spätem Kopf. Und nach Möglichkeit einer aus dem TR und nicht aus einer Limousine.
Aufpassen ein 2,0l sieht halt leider genauso aus.
Kompression prüfen kann nicht schaden und lass am besten bei der Probe-Fahrt jemanden hinter dir her fahren. Wenn der Motor bergab mit Motorbremse bläut, dann können die Kolbenringe und/oder die Ventilführungen fällig sein.

Die Kombination aus den PIs mit 3,45er Diff und OD lässt sich auch mit einem 100PS Vergaser-Motor fahren. Ist bei mir z.B. im Moment noch so.
Vermutlich ist die Kombination 3,7er + OD sportlicher.


Viel Spaß und viel Glück bei der Suche.

Gruß,
Jörg

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#8

Beitrag von Fuzzy » 26.07.2020, 13:25

Hi,
welche Weber?
3x Doppelvergaser?

>>>In den Papieren eingetragen?

Jörg

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#9

Beitrag von Mick58 » 27.07.2020, 09:33

Hallo Jörg,
danke für die Infos.
Was mir gesagt wurde sind es Twin Weber Vergaser 32/36 DGW

Gruß
Mick

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#10

Beitrag von runup » 27.07.2020, 10:34

just 4 info
viele usa tr´s wurden auf 32/36 DGV twin weber umgerüstet, wurden auch zb. für den saab-mga-mgb verwendet.
sind bestimmt nicht schlechter wie die su-oder zs.
mfg

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#11

Beitrag von Fuzzy » 27.07.2020, 12:16

Hi,
mag vielleicht sein, aber ich wollte die nicht unbedingt haben. Sind immer noch 2 Vergaser für 6 Zylinder und für mich sinnfrei.
Will nicht den Oberlehrer machen und auch keine Diskussion eröffnen (weil das Thema hatten wir schon :yes: ), aber es ist eigentlich auch illegal..... 8-O, egal ob das der TÜV sieht, sehen will oder eben nicht.

Sowas würde für mich zu einem Abzug führen, genauso wie eine Farbe die nicht aus der Zeit oder Modellpalette ist, oder ein Motolita-Lenkrad, Felgen, Fahrwerksumbauten, Reifengröße, oder, oder, .... wenn es nicht eingegatragen ist.
Es sei denn die originalen Teile wären mit dabei.

Z.B. für eine originale Vergaseranlage mit Ansaugbrücke, Luftfilterkasten, Gestänge, ... in funktionsfähigen, brauchbarem Zustand sind sicherlich mal eben 500€ weg. Lenkrad 100€, Farbe 8-O usw., usw.

Klar an den TRs, speziell US-TRs wurde oft viel gebastelt. Das heißt aber nicht, dass man das nicht in die Werteinschätzung mit einfließen lassen darf.

Bitte nicht falsch verstehen, es muss nicht alles top sein. Sondern der Preis muss einfach zum angebotenen Fahrzeug passen.
Ich persönlich finde echte 3er oder 3+ Fahrzeuge klasse. Nur die gibt es nicht oft. Bzw. es wird versucht sie als 2er oder 2+ an die Frau oder den Mann zu bringen.


Gruß,
Jörg

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#12

Beitrag von runup » 27.07.2020, 13:01

manchmal ist es einfach besser man schreibt weniger, weil zu viel input für einen evtl einsteiger
habe die ehre und servus

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#13

Beitrag von Fuzzy » 27.07.2020, 18:15

Jepp,
durchaus möglich :-?

Was man nicht alles macht, wenn man Lust und Zeit hat.

Habe versucht die Tipps zum Kauf als einfaches Bilderbuch darzustellen, habe aber keinen Button dafür gefunden :laughing:

Scherz bei Seite, ich denke der Threadersteller ist des Lesens mächtig.
Er hat sich ja die anderen Informationen vermutlich auch über das Lesen, von Büchern, Ersatzteilkatalogen, Berichten, Internet, .... angeeignet. :)

Mick, melde dich wenn du Fragen hast.

Ansonsten habe ich hier fertig :weg

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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#14

Beitrag von hneuland » 27.07.2020, 18:37

liebe Mitglieder "habe die ehre" und "servus"

is' ja schön, dass ihr darauf achtet, dass der Forumsbetreiber nicht zuviel Zeilenhonorar zahlen muss :top:
Andererseits - ich denke dass die Mitglieder in der Regel durchaus in der Lage sind, ihre Beiträge in eigener Verantwortung angemessen kurz oder lang zu gestalten.
Wenn's dem Mick zuviel wird, wird er sich schon melden. Oder habt ihr beiden 'nen Managementvertrag? :lol:

Pfiats eich
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Re: Unstimmigkeit zwischen Fahrgestell – und Motornummer

#15

Beitrag von runup » 27.07.2020, 18:53

:-D horst,... war das jetzt der senf für die weiswurscht oder debreziner :?:

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