Ventile einschleifen

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Fuzzy
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Re: Ventile einschleifen

#31

Beitrag von Fuzzy »

Genau so ist es.

Aber für einen 2,5l mit 100PS muss man das nicht machen, aber man kann wenn man kann und will.
Und trotzdem irgendwie faszinieren, dass unter diesen Bedingungen um die 40 PS pro Liter heraus kommen sollen, müssten, könnten, ..... :?

Und zu sehen, was zu tun ist, wenn es 50, 60, 70 oder sogar 80 PS pro Liter werden sollen. Da reicht ein Sportluftfilter, Sportauspuff, fragwürdiger Fächer, irgendeine NW, ..... difinitiv nicht.

Wie auch immer, es geht so wie es ist, aber es wäre mit einem überschaubaren Aufwand verbesserbar.
Zumindest dann, wenn man den Motor und/oder den Kopf sowieso neu aufbaut.
Gruß,
Jörg
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gelpont19
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Re: Ventile einschleifen

#32

Beitrag von gelpont19 »

V8 hat geschrieben: 25.11.2021, 06:19 Die Sitze nach außen zu verlegen bedeutet Wirkung von etwa 2-3 mm größeren Ventilen...
... Obwohl es mich in den Fingern jucken würde die blanken Stellen innerhalb der grauen Sitzfläche mit dem 70 Grad Fräser zu entfernen u damit den Kanal größer zu machen.....
Vielleicht verstehe ich das nicht ganz... ich habe hier einen ZK mit großen Einlass- und kleinen Auslassventilen.
Valves engine II.JPG
Denke, dass der Konstrukteur oder auch empirische Erfahrung bewusst das E-Ventil größer gemacht haben, als das A-Ventil. Der Durchmesser des Sitzes ist m.E. nur im Augenblick des Lösens relevant (E-Ventil), als auch beim Schliessvorgang (A-Ventil). Danach ist doch der strömungstechnische Blocker der Kanal selber bzw. die Geometrie des Ventils zum Schaft hin. Denke das daher Kent bei der TH5-6 die Überschneidung asymetrisch gestaltet hat (Vermutung)
Auch wenn ich ebenfalls dahin tendiere, dass größeres Ventil besser ist als kleineres Ventil... historisch waren erst die großen Ventile (beide) dann großes E- kleines A-Ventil, dann beide Ventile "klein". Vielleicht eine Folge von zu viel Rissen zwischen beiden Ventilen ?? Aus diesem Grund habe ich hier die Sitzringe einsetzen lassen. Freu mich über euere Gedanken / Kenntnisse...

win

P.S. @Andreas - ...innerhalb der grauen Sitzfläche... vom Ventil oder vom Sitzring ??
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gelpont19
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Re: Ventile einschleifen

#33

Beitrag von gelpont19 »

Moin Jörg,

...zur Aufklärung - der Motor II soll in etwa so wie Motor I werden, den ich auch selber montiert, bzw. die Vorgaben mit dem Motorbauer besprochen habe.
211 Nm / 138 PS; ZS Vergaser mit BIAR Nadeln (fetter); mit Sonde und Innovate eingestellt - Ziel max. Drehmoment zwischen 3-5.000 U/min; bei beiden Motoren Kent TH5-6; 123 tune - 2 unterschiedliche ZK - Schalter im Innenraum. Da der Kolben ein overzise .030 ist, etwas mehr Hubraum; der ZK auf 86,0 runtergeplant ist, entspricht das in etwa einer Verdichtung von
ZK Hoehe Verdichtung (3).JPG
Der Feld-Wald und Wiesenmotor ist also nach Fertigstellung nicht ausgereizt - normaler Krümmer an Phönix (bringt nich mehr Leistung) hat aber auch andererseits keine Probleme mit Überhitzung (Dampfblasen etc.) und wird wahrscheinlich auch insgesamt "mager" laufen - natürlich je nach abschliessender Einstellung.
Nachdem Motor I jetzt über 30.000 Km gelaufen hat, kaum Oel verbraucht (keine Abstreifringe an den Ventilschäften) daher auch nicht nebelt - nenn ich das verhaltenes Tuning - aber im Sinne der Nachhaltigkeit. Der Karren wurde hauptsächlich auf Langstrecken (größer 1.500 Km) eingesetzt und hat einen OD.
Ich weiss, dass es leistungsstärkere TR6 gibt, aber beim Anneau du Rhin konnten wir im Mittelfeld gut mitschwimmen.

win
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Fuzzy
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Re: Ventile einschleifen

#34

Beitrag von Fuzzy »

Hi,

eins vorab, 138PS / 211Nm finde ich :top:
Ich habe mich wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt.
Es geht nicht zwingen um Höchstleistung, sondern darum, dass man bei einer Überholung das Standardmaterial mit überschaubarem Aufwand anpasst und darum, die damaligen Fertigungstoleranzen in Richtung aktueller Großserientechnik zu verbessern.

Kopf:
Sitze nach Außen verlegen
Sitze nur so breit als nötig
Wenn möglich die Sitze mit 3 Winkeln und nicht nur mit 45°
Kanalübergang zum Sitz optimiert
Unnötige Versätze (Dichtungen, Ansaugbrücke, Abgaskrümmer) beseitigt

Block:
Alles gewuchtet und nitriert.
Optional die bewegten Massen erleichtert.

Damit hat man aus meiner Sicht eine gute, solide Basis.

Wenn die Basis passt, kann man das ja dann bei Bedarf mit Krümmer, NW, Bearbeitung der Ansaugbrücke, ...... erweitern
Oder weiter mit wilderer NW, Weber oder EFI, Krümmer mit gleichen Rohrlängen, exzessiver Kopfbearbeitung, ..... ausbauen.
Gruß,
Jörg
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V8
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Re: Ventile einschleifen

#35

Beitrag von V8 »

Der Sitzring war gemeint.
Es sieht so aus, als ob das Ventil mittig auf der gesamten Fläche trägt und das kann man nach aussen verlegen.

Jetzt u nach der Verlegung erst Recht kann man innen was rausnehmen. Damit wird das Ende vom Kanal etwas runder als wenn der Kanal nur auf 45 Grad u dann auf Brennraum übergeht. Es ist quasi eine Kante.

Ob es besser ist, den Kanal weiter zur Führung hin auf den maximalen Durchmesser aufzufräsen oder nur den Sitzbereich mit dem 70 Grad Fräser zu öffnen muß man überlegen.

Auf jeden Fall ist es hilfreich den Kanal vor dem Sitz größer zu machen und es wäre ja kaum Aufwand.
Am Ventil ist innen an der Sitzfläche auch ein kleiner Knubbel über. Da könnte man direkt von der grauen Sitzfläche auf die Ventiltulpe anarbeiten und diese kleine Sprungschanze wegmachen.

Allerdings darf man da jetzt keine Quantensprünge erwarten.wir reden jetzt sicher nicht über 5 PS insgesamt. Es ist eher so, daß man einfach macht wie viele Kleinigkeiten und sich das dann summiert. Es ist eher so Du hast den Kopf auf der Werkbank und dann dreht man mal eben den Fräser da durch. Ob ich den Kopf jetzt deswegen einpacken würde und zum Motorenbauer rennen, damit er noch mal an die Sitze geht, weiß ich nicht. Gibt eh erst mal Diskussionen.....
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Re: Ventile einschleifen

#36

Beitrag von gelpont19 »

Moin zusammen,
...hab mir euere Kommentare ein 2. Mal durchgelesen... da ist u.a. von Sitzringbreite die Rede. Hab mal ein altes Foto vom ZK Motor I ausgegraben.
Ventil_1A.jpg
Ventil_1A (2).JPG
Dieses Ventil ist wohl noch das Originale von 73... im Gegensatz ist bei meinen Neuen am Schaft der Durchmesser in mm eingetragen (7,02)
Wenn ich das richtig sehe ist da die Sitzbreite doppelt so hoch im Vergleich zu meinen neuen Ventilen, die der Ritterbecks gestaltet hat.
Frage : Warum sind schmale Sitze besser als breite ? - und - hat das mit dem Einsatz der Sitzringe zu tun ?
In dieser Grafik ist über die Breite des Sitzes keine Angabe zu finden, lediglich der Winkel - von...bis...
Geometrie Ventil.jpg
win
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Re: Ventile einschleifen

#37

Beitrag von Fuzzy »

Hier Beispiele, aber da steht jede Menge im Netz oder Büchern. Die Sitzbreite ist im Regelfall beim Auslass etwas breiter als beim Einlass.
VSitzKWinkel01.gif
ventil-grafik.jpg
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Gruß,
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Re: Ventile einschleifen

#38

Beitrag von V8 »

Je schmaler der Sitz umso besser, denn man kann bei gegebenem Ventildurchmesser den Kanal maximal vergrößern.

Dazu dichtet ein schmaler Sitz besser.

Leider ist der Nachteil, daß sich ein schmaler Sitz mehr in den Kopf einhämmert. Das gilt besonders für den weichen Guß ohne Sitzringe. Dazu wird das Auslassventil über den Sitz etwas Wärme los.

Ich hab bei Rennmotoren mit Sitzring 0,8 bis 1,2 mm am Einlass gefräst und 1,5 bis 2mm am Auslass.

Am TR muß man leider am Einlass vorsichtig sein, der hämmert sich gerne ein. Also 1,8E/2,3A z.b.....
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Re: Ventile einschleifen

#39

Beitrag von Papa Fox »

Zum Auslitern müssen die Ventile dicht sein. soll heissen , es kommt auf das selbe an !
Bei der Dichtigskeitsprüfung muss man natürlich nicht auslitern !
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