Ventile einschleifen

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Kamphausen
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Re: Ventile einschleifen

#16

Beitrag von Kamphausen »

Naja...

Bevor ich ein Zylinderkopf aus unbekannter Herkunft nach Aufarbeitung auf nen Motor schraube, würd ich - und auch sicher Win - mal das Brennraumvolumen ermitteln und bei Bedarf angleichen...
Er baut den Motor ja aus lauter Einzelteilen aus unterschiedlichsten Quellen auf...

Und wenn man das mit ner Flüssigkeit macht (und nicht mit Globuli), wird man bei der Gelegenheit gleich feststellen, ob die Ventile dichten....

Alternativ kann man das auch hören: Ventil in den Sitz fallen lassen und wenn´s klingelt wie nen Glöckchen, muß man nacharbeiten...dann kann der Ventilteller frei schwingen und sitzt nicht satt im Sitz
Grüße Peter

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Re: Ventile einschleifen

#17

Beitrag von V8 »

Hallo Axel,
wenn man das ordentlich macht, geht das alles Hand in Hand. Ich persönlich halte nicht viel von den 08/15 Sitzarbeiten beim Motorenbauer. Nicht umsonst habe ich mir als Privatier für 2500 Euro das Neway Set zugelegt.

Man wird also die Sitze fräsen und dabei senkt sich das Ventil ab. Der Brennraum wird größer. Dann wird man den Winkel zum Brennraum fräsen und feststellen, daß die Brennraumwände zum Ventil unterschiedlich dicht stehen und man da auch noch etwas fräsen kann. Gibt auch wieder mehr Volumen im Brennraum.

Die Ventile kann man noch bearbeiten und auch bewußt tiefer setzen. Irgendwann hat man so viel gemacht, daß man Mal eben auslitert, um zu wissen, wo man gelandet ist. Ich mache das mit Wasser und wenn nix aus den Kanälen dröppelt gilt das Ventil als dicht.

Ich hatte oben schon geschrieben, daß sich die Ventile mit unterschiedlichen Winkeln von Sitz u Ventil sehr schnell im Betrieb angleichen und abdichten.
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Re: Ventile einschleifen

#18

Beitrag von Nordbjoern »

Ich nehme zum Einschleifen die Paste von Teroson, da hast Du auch die Paste zum Vorschleifen und die feinere Paste zum Nachschleifen. Das Einschleifen finde ich besser mit dem manuellen Ventileinschleifer (Holzstab mit Gummisaugnapf). Da man ja eine eher eine oszillierende Bewegung ausführen soll. Also den Ventileinschleifer ca. 10 Sekunden zwischen den Handflächen nach Links und Rechts bewegen und dann ca. eine viertel Umdrehung versetzen. Dabei hört man schön am Klang beim Aufsetzen wie das Ventil immer besser anliegt und beim Abheben saugt sich das Ventil richtig an.
Dann sollte es auch eingeschliffen sein, was man auch sehr gut am Tragbild der Paste sehen kann.
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Re: Ventile einschleifen

#19

Beitrag von Julius »

Vielen Dank für die Erläuterungen,ist für mich auch alles recht schlüssig.
ABER...bei Win geht es(in diesem Beitrag) nur darum zu prüfen ob die Ventile dicht sind.Dafür braucht man doch keine fest definierte
Menge Flüssigkeit.Hierbei spielt die Menge doch keine Rolle.
Oder habe ich da einen Denkfehler eingebaut? :o
Gruß Axel

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Re: Ventile einschleifen

#20

Beitrag von Schnippel »

Hallo Axel,

vollkommen richtig !
Der Win hat seinen Z-Kopf bei einem Motorinstandsetzter machen lassen wie es jetzt Stand der Technik ist.
Es wäre mehr als verwunderlich wenn dieser Zylinderkopf jetzt undichte Ventile hätte.
Im Profibereich werden die Einlass/Auslasskanäle mit einem Vakuum beaufschlagt,dann kann man sofort sehen (Anzeige), ob das Ventil dicht ist.

Munter bleiben
Ralf
Da ich in diesem Forum von einem Narzissten verfolgt werde, der immer wieder meine techn. Ausführungen in Frage stellt, habe ich meine Schreibtätigkeit stark eingeschränkt .
Hättet ihr noch Bock, auf diesen Narzissten einzugehen ?
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Re: Ventile einschleifen

#21

Beitrag von V8 »

Profibereich liest sich jetzt so, als ob das dann perfekt wäre, ist es aber meistens nicht. Wohlgemerkt, ob man sich meine Arbeit machen muß ist diskutabel, schaden wird es nicht und zumindest sollte man mal wissen, wie es besser geht.

Neben der Tatsache, daß man beim Sitze fräsen oft bemerkt, daß man nach einem Durchgang dem Kanal doch noch einen kleinen Feinschliff gönnen möchte und dann nochmals fräsen muß haben Hunger, Serdi und Co einen fühlbaren Nachteil.

In die Führung kommt ein sogenannter Pilot, eine Stange auf der sich die Fräsmechanik zentriert. Oftmals haben die Werkstätten nicht den passgenauen Piloten, sondern einen universellen Spreizdorn. Da kommt dann die erste Ungenauigkeit und durch Gewicht der Maschine oder Toleranzen kommt evtl noch was dazu.

In der Folge ist der Sitz nicht 100% zentrisch gefräst, es passt, aber das Ventil drückt sich an eine Seite der Führung und klemmt leicht. Wobei leicht relativ ist. Ich hatte einen Kopf hier von einem namhaften Instandsetzer aus Duisburg, da konnte man Ventile fest auf den Sitz drucken und dann den Kopf rumdrehen, ohne daß sie rausfallen. Natürlich waren die Ventile auch noch dicht, wenn man nur fest genug drückt. Der Schaft hatte aber schon Fressspuren.

Ein Ventil dicht zu kriegen ist nicht schwer, ich mag ja schmale Sitzbreiten und die hämmern sich schnell ein. Ist gut eingeschliffen, sind die prima dicht. Da muß man m.e. nicht so einen Aufriss machen. Wie gesagt, wenn beim auslitern mit Wasser die Kanäle trocken bleiben ist es okay. Von Diesel etc ist abzuraten, was soll das denn für eine Schmiererei auf der Werkbank werden und der Kopf schmiert und stinkt ewig.

Aber der Test, ob das Ventil schön mittig in der Führung sitzt, ist mir viel wichtiger. Dazu macht man alles schön sauber u ölfrei, Abstreifkäppchen, so vorhanden muß ab und dann lässt man das Ventil aus maximaler Höhe in den Sitz plumpsen. Federt es zurück und tickt ein, zwei mal ist es okay, bleibt's gleich stecken schabt der ventilschaft zu stark an der Führung weil der Sitz etwas aussermittig ist.
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Re: Ventile einschleifen

#22

Beitrag von V8 »

DSCF3609.JPG
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Re: Ventile einschleifen

#23

Beitrag von Kamphausen »

Evtl. gibt ja der Win auch mal nen Status....ist ja jetzt schon viele "Sonnen" her, das er frug

Dann braucht man sich hier nicht weiter in Glaubensfragen ertüchtigen....

Gott zum Gruß

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Re: Ventile einschleifen

#24

Beitrag von gelpont19 »

Moin - erstmal, hier waren keine Sonnen... :-) Hab den Tipp von Ralf realisiert, aber entweder trocknet der Marker zu schnell - oder es gibt keine Berührung.
Werd jetzt mal feine Schleifpaste bestellen, dann sehen wir weiter. Stell nachher noch ein paar Nahaufnahmen ein. Vielleicht können die helfen....

win
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Re: Ventile einschleifen

#25

Beitrag von Kamphausen »

Leg den Kopf auf den Rücken in eine Wanne (rechts und links nen kleiner Holzklotz drunter und lass die Ventile rein fallen...
Wasser aus der Gießkanne drauf und gucken, ob´s dicht ist....

Peter
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Re: Ventile einschleifen

#26

Beitrag von tr6helmuth »

Hallo Win,
ich habe die Qualität meiner Schleifarbeiten mittels Tuschierpaste auf den Kontaktflächen getestet. Der Marker ist zu dünn und trocknet zu schnell.
Alternativ kann man auch eine Kugelschreibermine ausquetschen. Hat eine ähnliche Konsistenz wie die Tuschierpaste.

Beste Grüße
Helmuth
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Re: Ventile einschleifen

#27

Beitrag von gelpont19 »

Moin zusammen,

...nochmal vielen Dank für die Kommentare und Meinungen...
Morgen oder Übermorgen kommt die Schleifpaste, damit sehe ich dann, wie das Tragbild aussieht. In der Rech. von Ritterbecks ist der Pkt nicht extra ausgewiesen, aber ich habe damals (vor 4 J.) einen Sonderpreis gekriegt, weil ich ihm den Block für ein paar Messen zur Verfügung gestellt habe. Wir werden sehen...

@Peter - das kriege ich auch ohne Andreas hin. Den würde ich lieber für schwierigere Sachen antriggern...

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Re: Ventile einschleifen

#28

Beitrag von gelpont19 »

Moin zusammen,

...2 Sonnen vorbei und die Paste (Holts) mit Pömpel ist da. Um jetzt festzustellen, ob ich die Ventile einschleifen muss hab ich zur Beurteilung ein paar Fotos vorher / nachher gemacht. Dafür habe ich die Fein-Paste benutzt. Anhand des jetzt besser sichtbaren Tragbildes gehe ich davon aus, dass der Motorbauer das schon erledigt hatte ...
Euere Meinungen - immer gern.
Valves untreated (1).JPG
Valves untreated (2).JPG
Valves fine grade (1).JPG
Valves fine grade (2).JPG
Valve seat fine grade (3).JPG
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Re: Ventile einschleifen

#29

Beitrag von Fuzzy »

Ich gebe jetzt mal meinen Senf dazu.
Das Tragbild ist für mich so schwierig zu beurteilen. Für meinen Geschmack ist da viel zu viel Schleifpaste drauf. Oder war das für alle 12 gedacht :-D
Scherz bei Seite. Es wurde ja schon geschrieben, tuschier die Teile, dann sieht man es besser.
Ich bin der Meinung, wenn der Motorenbauer ordentlich gearbeitet hat, musst du normalerweise nichts mehr machen. Aber fein einschleifen, einläppen kann im Zweifelsfall nicht schaden. Da der Kopf noch zerlegt ist, sowieso.

Off topic:
Für einen Wald&Wiesen-Motor soweit ok .....

Aber wenn er schon mal auseinander ist, überholt und optimiert??? wird, wären mir persönlich die Ventilsitze zu weit innen. Die Sitzbreite kommt mir auch für ein Auslassventil relativ breit vor. Die gehören meines Erachtens außerdem weiter nach außen. Die Verdickung am Ventil liegt zwar im Strömungsschatten des Tellers, wäre mir aber auch zu dick. Den Teller könnte man auch noch etwas konturieren.
Gruß,
Jörg
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Re: Ventile einschleifen

#30

Beitrag von V8 »

Fuzzy hat geschrieben: 24.11.2021, 12:45 Für einen Wald&Wiesen-Motor soweit ok .....

Aber wenn er schon mal auseinander ist, überholt und optimiert??? wird, wären mir persönlich die Ventilsitze zu weit innen. Die Sitzbreite kommt mir auch für ein Auslassventil relativ breit vor. Die gehören meines Erachtens außerdem weiter nach außen. Die Verdickung am Ventil liegt zwar im Strömungsschatten des Tellers, wäre mir aber auch zu dick. Den Teller könnte man auch noch etwas konturieren.
Wie ich oben schon geschrieben habe, alles gut aber nicht perfekt. Die Sitze nach außen zu verlegen bedeutet Wirkung von etwa 2-3 mm größeren Ventilen.
Die Paste ist auch wie oben geschrieben zu fest. Sieht aus wie Reinöl Handwaschpaste und sollte fast wie zäher Honig sein, dann geht's viel leichter.

Aber das kann man so lassen. Obwohl es mich in den Fingern jucken würde die blanken Stellen innerhalb der grauen Sitzfläche mit dem 70 Grad Fräser zu entfernen u damit den Kanal größer zu machen.....
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