Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

Zylinderkopf, Nockenwelle, Ventile, Kipphebel, Motorblock, Pleuel, Kolben, Kurbelwelle, Auspuff, Krümmer...
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gunku
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Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#1

Beitrag von gunku » 22.01.2015, 17:09

Liebe TR-Freunde,
bei meinem TR6 hab hab ich das Kurbelwellen-Längsspiel gemessen. Ich habe leider weder im Forum/WHB/Internet eine Angabe zur Verschleißgrenze (Wear/Service Limit) gefunden.

Frage an die Motorexperten: Muss ich die Anlaufscheiben (Crankshaft Thrust Washer) bei einem Messwert von 0,30 mm sofort ersetzen oder sind diese nur kontrollbedürftig? Also z.B. jährlich beim Ölwechsel und ist der oberer Wert im WHB (0,203 mm bzw. 0.008") nur der obere Einstellwert für die Motorrevision oder schon die absolute Verschleißgrenze?

Nach meinen überschlägigen (rein theoretischen) Berechnungen dürften verschlissene Anlaufscheiben erst bei einem Kurbelwellenspiel von >= 1,2 mm in die Ölwanne fallen.

Bild

Danke und Grüße aus Stuttgart Gunter

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#2

Beitrag von Schnippel » 22.01.2015, 18:07

Hallo Gunter

es ist notwendig das du sie wechselst.
Die eigentliche Lagerschicht,ist nicht so stark aufgebracht wie du annimmst.
Wenn die runter ist, geht es sehr schnell und du hast ein richtiges Problem.

VG
Ralf
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#3

Beitrag von gunku » 07.10.2015, 14:14

Hallo TR-Freunde,
jetzt am Ende der Saison habe ich nochmals das Kurbelwellen-Längsspiel meines TR6 gemessen:
  • Spiel heute: 0,31 mm nach einer Laufleistung von ca. 1200 km.
Das Kurbelwellen-Längsspiel hat sich also gegenüber dem Beginn der Saison nur unwesentlich bzw. innerhalb der Messtoleranz verändert. Habe jetzt auch einen Adapter für meine neue Taster-Messuhr angefertigt. Magnete aus alten PC-Festplatten eignen sich aufgrund der extrem starken Magnetkräfte hervorragend für so einen Messadapter.
Grüße Gunter
Kurbelwellenspiel_124223km.jpg
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#4

Beitrag von peterq » 07.10.2015, 15:10

Hallo Gunter,

ich weiss nicht wie du die 1.2 mm errechnet hast, aber Ralf hat Recht. Fallen die Scheiben raus hast du ca. 6mm Spiel auf der Kurbelwelle. Wenn du dann Glück hast kommen eine Menge Arbeit und Kosten auf dich zu. Wenn du Pech hast, ist dein Motorblock nicht mehr zu gebrauchen.

Das Wechseln ist kein Hexenwerk, Ölwanne ab, Schrauben am hinteren Lager raus und du kannst die Anlaufscheiben entfernen. Unbedingt darauf achten dass die neue Scheiben richtig montiert werden.

Gruß Peter.

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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#5

Beitrag von gunku » 07.10.2015, 16:30

peterq hat geschrieben:.......ich weiss nicht wie du die 1.2 mm errechnet hast
Hallo Peter,
du (und Ralf) hast natürlich Recht. Die Dinger müssen raus. Wollte aber in 2015 nicht mehr den Motor aufmachen und habe daher gelegentlich mal nachgemessen, ob die 0,30 mm meines TR6 im Laufe der Saison ansteigen.

Für meine theoretische Überlegung zum absolut "kritschen" Spiel habe ich mir die Bilder von https://tr6.danielsonfamily.org/ThrustWashers.htm angesehen und da sieht man, dass die hintere Anlaufscheibe, die ja im Neuzustand ca. 2,3 mm stark ist, zu ca. 50% von der Lagerschale überdeckt wird und damit in Position gehalten wird. Daher die 1,2 mm. Diese Annahme kann natürlich völliger Blödsinn sein, aber vielleicht kennt jemand einen echten "Worst Case" zum Kurbelwellenspiel.

Auf der vintagetriumphregister.org steht zum Thema Engine:
  • .........The allowable axial play for the crankshaft is .007-.013 (0,33 mm)..........If the distance approaches 1/8″ (3,17mm) , you can bet that the thrust washers have fallen into the oil pan, and the connecting rod bearings are short to fail. ..............
https://vintagetriumphregister.org/tr6/

Grüße Gunter

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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#6

Beitrag von tr-six » 15.12.2016, 20:22

Guten Abend,

gunter und ich haben heute nachmittag meinen überholten Rumpfmotor zerlegt, den ich anfang des jahrtausends mal kaufte, schön mit Öl konserviert, dann in noppenfolie eingepackt und trocken eingelagert hatte. Wir wollten einfach mal wissen, ob kolben und lagerschalen durch die lange lagerung schaden gelitten haben, aber alles sah bestens aus.

Was uns jedoch wunderte, waren die anlaufscheiben: bei diesem motorblock befindet sich innen und außen je ein stift und die anlaufscheiben haben eine entsprechende bohrung, durch die die anlaufscheiben in ihrer position fixiert werden. Beim blick ins internet (heuten und danielsonfamily) fanden wir nur anlaufscheiben ohne diese bohrung. deshalb unsere fragen:

hat da jemand was "verbessert" oder gar verschlimmbessert,
gab es diesen stift in der serie, wenn ja, seit wann hatten die anlaufscheiben diese fixierung?

unserer meinung nach kann sich bei dieser variante zwar eine dünner werdende anlaufscheibe nicht herausdrehen und schaden anrichten, aber ein tausch der anlaufscheiben ist hier nur bei ausgebauter kurbelwelle möglich und zudem wird die anlaufscheibe durch die bohrung geschwächt.

hat jemand sowas schon mal gesehen???
Anlaufscheibe.jpg
grüssle
Gunter und Wolfgang
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#7

Beitrag von Schnippel » 16.12.2016, 07:45

Moin,
das habe ich schon ab und an gesehen.
Ganz böse wird es,wenn die Anlaufscheibe so weit abgelaufen ist,das der Stift Kontakt mit der Fläche der Kurbelwelle bekommt.

VG
Ralf
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#8

Beitrag von re-hiker » 16.12.2016, 17:56

Guten Abend TR Gemeinde

Diese Modifikation mit "Messingstiften" wird seit langem, vor allem von Motorenbauern in UK angewendet. Bei Renneinsätzen wird meistens der Lagerbock am Block gleich wie der Bügel ausgefräst um je zwei verstiftete Anlaufscheiben mit dem vollen Durchmesser zu haben. Schaut einmal bei Revington oder auf den verschiedenen Tuner Webseiten nach, es gibt da verschiedene Legierungen für die Anlaufscheiben, auch ohne Stahl Backup. Selbstverständlich keine Fixierung mit Stahlstiften.

Gruss, Robert

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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#9

Beitrag von tr-six » 17.12.2016, 16:07

hallo robert,
dann hören wir auf diesem wege mal wieder voneinander...konnte bei revington nichts finden - bin wahrscheinlich zu blöd beim suchen. deinem posting entnehme ich aber, dass diese anlaufscheiben durchgängige ringe sind und durch die Stifte ein verdrehen nicht möglich ist. natürlich dürfen auch die stifte nur aus einer weichen legierung bestehen. ob geschlossen oder nur als halber ring ausgeführt - sobald eine fixierung per stift da ist, lässt sich die anlaufscheibe ohne zerlegen des motors nicht tauschen. bei renn motoren ist ein geschlossener, fixierter ring sicherlich die sichere variante, der motor wird ja sowieso regelmäßig zerlegt und verschlissene teile ausgetauscht. bei unseren motoren soll aber der tausch ohne großen aufwand möglich sein. deshalb macht für mich der pin wenig sinn. meine frage ist eben: wenn ich den motor wieder zusammenbaue soll ich den stift entfernen (herausziehen oder abschleifen) und geschlossene anlaufscheiben nehmen, oder macht eine bohrung in die neuen anlauscheiben zwecks fixierung wirklich sinn?

übrigens handelt es sich bei dem block laut eingeschlagener nummer um einen frühen pi, der von mir als zweitmotor mit entsprechender nockenwelle und drei weberchen aufgebaut werden soll. alle teile inklusive zylinderkopf von samuel liegen seit jahrn bereit. man sollte halt...

frohe weihnachten, einen guten rutsch ins neue jahr wünscht dir und allen freun.den
wolfgang

p.s. ich gehe davon aus, dass du dich vor der retro mal bei mir meldest...


@ralf was rätst du mit deiner erfahrung: neue scheiben bohren und mittels stift fixieren oder stifte weg?

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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#10

Beitrag von Schnippel » 17.12.2016, 17:03

Hallo Wolfgang,

den Stift auf jeden Fall raus nehmen.
Wenn du etwas für immer machen willst.
Fertige dir Anlaufscheiben aus Rotguss an.
Verwende ich bei Motoren bei denen die Flächen an der Kurbelwelle/Block
auf Grund von Beschädigungen nachgearbeitet wurden und somit mit den normalen Anlaufscheiben
kein passendes Axiallaufspiel mehr eingestellt werden kann.



Bis denn
Ralf
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#11

Beitrag von Eckhard » 17.12.2016, 20:57

Schnippel hat geschrieben: Fertige dir Anlaufscheiben aus Rotguss an.
Es wird nicht viele TR-Freunde geben die das können, selbst wenn sie wollen

Eckhard

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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#12

Beitrag von Schnippel » 18.12.2016, 09:26

Hallo

nahezu jeder Instandsetzer macht das und muss das auch machen können.
Es gibt noch ganz andere Maschinen mit der Problemzone wo individuell etwas hergestellt werden muss.
Auch jeder Dreherei kann einem solche Ringe nach Vorgabe anfertigen.
Das ist nun keine Raketentechnik so einen Ringabschnitt zu drehen.
Und es ja auch nur alles nur erforderlich wenn man mit den Original Anlaufscheiben nicht mehr zu recht kommt.

Bis denn
Ralf
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#13

Beitrag von re-hiker » 18.12.2016, 14:39

Guten Abend Wolfgang
Der Hinweis auf Revington kommt aus einer persönlichen Anfrage. für die ich diverse Motorenbauer in UK und USA kontaktiert habe.
Für mich macht der Stift mit einer oder zwei Segmentscheibe Sinn, da das Seitenlager auch wenn auf Untermass abgenützt, (nicht bis auf den Stahlträger, daher besser Voll-Bronce) nicht herausfällt. Vielleicht bemerkt der Fahrer das "Klong" beim Kuppeln und sucht die Ursache. Ziel erreicht ohne zerdepperten Motorblock und Kurbelwelle.

Ich melde mich sicher vor der Retro. Vorher geht es am 19. Februar noch nach Stoneleigh zum Triumph / MG Spares Day.

Auch Dir und allen Mitstreitern im Forum, eine ruhige, besinnliche Weihnacht und einen guten Rutsch ins 2017

Robert

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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#14

Beitrag von peterq » 19.12.2016, 09:31

Hallo TR-Freunde,

bei meinem Motor waren die Scheiben rausgefallen, das hört man nicht. Die Kurbelwelle hat dann ca. 6 mm Spiel, zum Glück war bei mir der Schaden klein. Die Kurbelwelle war angekratzt, das hat der Motorbauer weggeschliffen, sah schlimmer aus als es war.

Ich habe mir diese Variante gebaut:
Anlaufscheiben.jpg
Die meiste Arbeit hat das Ausrichten am Gußteil gemacht, der Rest war schnell erledigt.

Die Anlaufscheiben mit Aufmaß sind bei Moss gekauft, hinten sitzt nur eine wie Original. Das ist jetzt ca. 10.000 Km her, das Spiel hat sich nicht geändert. Ich kann nur empfehlen, einmal im Jahr kontrollieren und das Maß notieren. Nur so bemerkt man ob sich was ändert.

Gruß Peter.
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Re: Verschleißgrenze der Kurbelwelle Anlaufscheiben

#15

Beitrag von gelpont19 » 21.12.2016, 09:56

:-? - du hast 2 Anlaufscheiben auf einer Seite ??

win
Gedanken hüpfen wie Flöhe von einem Menschen auf den anderen. Aber sie beißen nicht alle

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