Getriebe instandsetzen

Zahnersatz, Kardanwelle...
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Getriebe instandsetzen

#1

Beitrag von Ecktown » 09.11.2017, 08:40

Hallo,
ich habe bei meinem TR6, BJ71, ein J-Overdrive-Getriebe eingebaut und nun das alte 4-Gang auf dem Tisch liegen.
Motorseitig hat die Welle einiges an Spiel, dass Getriebe funktionierte aber tadellos.

Nun ist meine Frage, ob das alte 4-Gang- Getriebe an den eingebauten J-Overdrive passt.
So hätte ich ein Ersatzgetriebe zur Verfügung.
Kann das jemand beantworten?
Wäre ein schönes Winterprojekt.

Gruss Jörg

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Re: Getriebe instandsetzen

#2

Beitrag von dakwo74 » 09.11.2017, 09:05

Hallo Jörg,
der Unterschied zwischen 4-Gang Getriebe und 4-Gang Getriebe mit J-OD liegt bei der Hauptwelle. Diese sind unterschiedlich.
VG Jochem
Fliegender Holländer am Bodensee fährt:
TR6 - 1973 - 56/11 - CF1xxxxUO - J-OD - Kent 270° - 2 x ZS - Pierburg - 123Tune - 205/70 auf 7x15

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Re: Getriebe instandsetzen

#3

Beitrag von gelpont19 » 09.11.2017, 09:50

Moin Jörg,

...gibt hier ein paar Spezialisten, wie Afshin oder Wiel, die das kompletter beantworten können, aber ich versuch es mal.
Als Ersatzteilespender ist das alte Getriebe auf jeden Fall zu gebrauchen. Wenn es motorseitig Spiel hat - axial oder radial ?
In einem Fall das vordere Hauptlager (hat ne Rille für den Abzieher) im anderen Fall die Anlaufscheiben. Das Lager ist relativ teuer, aber erträglich.
Falls die Vorgelegewelle (3. Foto) ausgeschlagen ist (zerriebenes oder in Auflösung befindliches Lager) ist die Beschaffung schwieriger, da es nicht nachgefertigt wird.
Die Achse, die man bekommen kann, ist meist zu weich und sollte nachbehandelt werden. Bei mir hat Wiel ein 3. Lager eingesetzt. Hierzu muss die Vorgelegewelle tiefer ausgedreht werden.
Das Vorgelege ist der grösste Schwachpunkt an dem Getriebe. Durch bessere Nadellager (2. Foto), als original kann man aber die Standzeit erheblich verbessern. (Mehr Nadeln - geschlossenes Lager)
Der 2nd bush - das der hutförmige ist ein weiterer Schwachpunkt und sollte ggf. auch getauscht werden.
Vorgelege Welle 1.jpg
Vorgelege Welle 1.jpg (24.68 KiB) 495 mal betrachtet
Vorgelege Lager (1).jpg
Vorgelegewelle alt 2.jpg
Hauptlagerabzieher.jpg
Bush 2nd gear brass.jpg
Ansonsten erscheinen mir die Zahnräder eher überdimensioniert und stehen denen im LT77 (Landrover) in nichts nach.
Ich würde es als Ersatzteillager sehen.

win
Gedanken hüpfen wie Flöhe von einem Menschen auf den anderen. Aber sie beißen nicht alle

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Re: Getriebe instandsetzen

#4

Beitrag von Ecktown » 09.11.2017, 12:36

Hallo,
Danke für die Antworten.

Dann ist schon einmal das Hauptlager mindestens zu erneuern.
Extra eine neue Welle, die dann nicht so toll ist zu kaufen ist dann sinnfrei.
Bis zum Ausbau lief das Getriebe gut und hat sich sauber schalten lassen.

Das mit dem Sychronring vom 1 auf 2. Gang kenne ich auch von Golf 1 Cabrio. Dieser wird am meisten beansprucht und verschleißt dementsprechend.
Dort läßt sich das Getriebe allerdings besser zerlegen. Ein Tausch des Sychronrings und aller Lager habe ich bei dem schon hinter mir.

Worin besteht den der Unterschied zwischen der Hauptwelle 4-Gang und J-Overdrive?
Kann man die 4-Gang-Welle modifizieren um diese passend zum J zu machen?

Geniales Forum...

Jörg

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Re: Getriebe instandsetzen

#5

Beitrag von Bogumil » 09.11.2017, 13:09

meine Welle habe ich bei Mike Papworth Triumph Parts gekauft!
mike.papworth1@btopenworld.com

mfg
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Re: Getriebe instandsetzen

#6

Beitrag von Drolli » 09.11.2017, 13:30

Lieber Jörg,
die Wellen sind unterschiedlich lang, die Overdrivewelle ist kürzer und hat eine entspechende Keilwellenvezahnung zur Aufnahme des Overdrive.
Von diesen Overdrivewellen gibt es aber auch 3 verschiedene, je welche Lagerung in der Eingangswelle vorhanden ist - also 3 unterschieliche
Nadellager.
D.H.das Deine vorhandene Overdrivewelle nicht umbedingt in dem Ersatzgetiebe passen muss.
Im MOSS Ersatzteilekatalog gibt es eine Getriebenummernabgrenzung für die Verwendung der Nadellager..
Wenn Du dazu Hilfe brauchstkomm vorbei.
Gruss Carl

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Re: Getriebe instandsetzen

#7

Beitrag von Schnippel » 09.11.2017, 13:58

Hallo Jörg,

die Hauptwelle für einen Overdrive ist im hinteren Teil komplett anders ausgeführt.
D.h. die normale Hauptwelle kannst du auf keinen Fall verwenden durch umarbeiten.
Die Kugellager sind im Normalfall sehr robust,es sei denn sie sind durch Schmutz insbesondere Eisenspäne
zerstört worden. Auswaschen und Hörprobe bringt den Zustand an das Ohr.
Die Vorgelege Lagerung ist das Wichtigste,hier ist einer größten Schwachpunkte des Getriebes.
Hausgemacht von Triumph,da hier die korrekten Maße von Anfang an nicht eingehalten wurden.
Die Anlaufscheiben Vorgelege arbeiten sich gerne ins Gehäuse ein, auch das führt auf Dauer zum Totalausfall.
Nur Aufwendig kann man dem entgegenkommen, aber es funktioniert
Die Lagerung der Zahnradsätze/Buchsen können auch modifiziert werden.
Es gibt Stahlbuchsen als Upgrade nur muss damit ganz genau aufpassen das die Axialspiele korrekt eingestellt werden.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten wie du siehst das war jetzt nur ein kleiner Auszug :yes:

Bis denn
Ralf
Freundlichkeit ist wie ein Bumerang,sie kommt zurück.

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Re: Getriebe instandsetzen

#8

Beitrag von Ecktown » 09.11.2017, 20:54

Hallo,
super vielen Dank für die tollen Tipps.
Ich hätte nicht gedacht, dass hier so gravierende Unterschiede gemacht wurden. Sooo lange wurden die Getriebe ja nicht gebaut.
So wie es aussieht, macht es also keinen Sinn, das alte Getriebe aufzuarbeiten.
Ich habe ja nun ein bis jetzt sauber funktionierendes J-OD.
Es kann ja auch gut sein, dass dieses lange hält.
Ich finde es toll von Euch, dass hier solche Fragen mit einer Leidenschaft sachkundig beantwortet werden.
Vielen Dank.
Ich mache mir vielleicht im Winter doch mal die Mühe ( Spass ) das alte Getriebe zu zerlegen. Immerhin führt das ja dann zum Folgeprojekt, sich die
technischen Hilfsmittel zu basteln.
Das ist allemal besser als ein Pilcher- Blockbuster im TV.

Gruss
Jörg

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Re: Getriebe instandsetzen

#9

Beitrag von Ecktown » 09.11.2017, 21:02

Hallo Carl,
vielen Dank für das Angebot.
Der Weg ist das Ziel.
Wenn ich da rangehe, kann ich mich ja mal melden.
Sörup, ist ja gleich um die Ecke von Eckernförde ( Borby )
Habe wir nicht schon mal auf den Classics am Hungrigen Wolf miteinander gequatscht?
Jörg

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Re: Getriebe instandsetzen

#10

Beitrag von Schnippel » 10.11.2017, 08:14

Hallo Jörg,

wenn du dein jetziges Getriebe mit Overdrive regelmäßig wartest, s.h. Ölwechsel alle 10000-15000 km. (Damit der evtl. Abrieb von der Overdrivekupplung raus kommt)
Und dabei die Magnet Ölablasschraube und am J Overdrive entsprechend den Magnetstreifen im Deckel und die Filtersiebe im Focus hast,
sollte nichts schief laufen.
Geräusche die durch den Schalthebel verstärkt werden geben natürlich auch einen Hinweis,über den mechanischen Zustand.
Und immer schön mit Kupplung den Overdrive schalten desto weniger Abrieb ist im Öl.

VG
Ralf
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