Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

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Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

#1

Beitrag von hneuland » 01.07.2017, 12:48

tach zusammen,

ein ähnliches Missgeschick, wie es Seraphin in einem Beitrag in Motorabteilung beschrieb, hat mich nun auch überfallen. Da es aber eine andere Ursache hat, will ich das Problem hier beschreiben, weil es wohl jeden Pi-Eigner treffen kann:

Nach einem Ölwechsel im Frühjahr wollte der Ölstand trotz etlicher Fahrten kaum abnehmen. Zunächst führte ich das darauf zurück, dass ich "randvoll" mit neuem Öl gefüllt hatte. Auf dem Messstab war der Stand gut 1/2 cm über der Voll-Marke. So fuhr ich in den Harz und auf der TR-Freunde-Tour rund 1500 km. Bei Ölkontrollen zwischendurch pegelte sich der Stand (gleich nach Fahrtende gemessen) zwischen den beiden Markierungen ein. Die Öldruckanzeige war die ganze Zeit über normal. Wieder zu hause angekommen, war es aber wieder prallevoll. Da ich keine Ölnachfüllautomatik eingebaut hatte, schwante mir Böses. Und dies drei Tage vor dem Start der Alpen-/Dolomitenrundfahrt.
Ein telefonischer Hilferuf an Ralf (Schnippel) führte denn auch rasch zur Ursache, den beiden Simmerringen zwischen DV und Verteilersockel. Die bestellten Ersatzteile für die Reparatur lieferte L aus B schon am nächsten Tag, Super Service!
Schon beim Ausbau stellte sich Ralfs Vermutung als richtig heraus - die ganze Mimik unterhalb des Verteilers war mit einem Benzin-/Ölgemisch verschmiert. Das kleine Ablaufloch im Verteilersockel, das bei einer solchen Störung Benzin aus der DV-Rücklaufleitung nach draußen lassen soll, war ziemlich verstopft.
Nach einem halben Tag Fummelei am Freitag - den DV abzuschrauben ist keine wahre Freude - kam ich dem Problem näher, habe es aber nicht zur restlosen Zufriedenheit lösen können. Ein Simmerring wollte nicht an die vorbestimmte Stelle und wurde beim Einbau leicht beschädigt. Die defekten Simmerringe waren schon nicht einfach zu entfernen. Muss das Ganze also in Ruhe noch einmal machen.
Die Urlaubsfahrt ist denn zwar nicht völlig gestrichen, aber leider muss der TR zu hause bleiben. Das Risiko, doch unterwegs liegen zu bleiben ist mir zu groß. Zumal ja noch ein nochmaliger Ölwechsel ansteht, der die Benzin-/Ölpampe aus der Ölwanne treibt und erst danach den (vorläufigen) Erfolg oder Misserfolg meiner Arbeit erkenen lässt .
Danke dennoch an Ralf für die schnelle und zutreffende Ferndiagnose, die fehlerhafte Ausführung ging dann auf meine Kappe.

Alles Gute, melde mich nach Urlaubsende wieder
Horst

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Re: Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

#2

Beitrag von Willi » 01.07.2017, 13:42

In zwei Stunden kann das Problem erledigt sein. Den DV auszubauen ist am Einfachsten, wenn man ihn komplettt mit dem Verteiler rausnimmt (2 Schrauben). Vorher Motor auf 1 Zyl. OT und Zündung stellen. Dann können die 3 Schrauben, mit denen der DV an seinem Antrieb befestigt ist, problemlos herausgenommen werden. Einspritzleitungen bleiben dran, nur die Benzinzuführung (am Tank eine Schlauchklemme setzen) und der Rücklauf werden abgenommen. DIe Wellendichtringe sind leicht auszubauen, wenn man den Stopfen am Verteilerantrieb/ DV- Antrieb herausnimmt (1 Schraube). Den O-Ring am Stopfen erneuern. Neue Wellendichtringe mit einer passenden Nuss einsetzen. Die Indikatorbohrung freilassen! Die Ringfeder aus den Wellendichtringen herausnehmen um Beschädigungen zu vermeiden.

DV wieder anschrauben und einbauen, dabei Einspritzzeitpunkt und den Zündzeitpunkt neu einstellen. Die zwei Stunden hast Du doch sicher noch vor der Abfahrt in den Urlaub? Ich habe immer ein paar Wellendichtringe dabei und bin auch schon mal in die Verlegenheit gekommen, irgendwo in Schottland einen wechseln zu müssen. Ist keine große Sache. Wie gesagt: für Ungeübte 2 Stunden. Wegen der Kleinigkeit würde ich nicht auf den TR im Urlaub verzichten wollen.

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Re: Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

#3

Beitrag von hneuland » 01.07.2017, 17:47

Willi,

danke für die gute Beschreibung. Das - zumindest liest es sich so - ist viel einfacher, als ich es mir nach dem WHB zusammengesucht habe. Insbesondere, Verteilersockel und DV gemeinsam abzunehmen ist eine eindeutig bessere Lösung, werd' ich beim nächsten Mal so machen. Als ich das zuletzt vor rund 10 Jahren nach der Motorrestaurierung machte, waren alle Teile ohnehin getrennt. Da war's deutlich einfacher.
Eine Frage noch - Du schreibst, man soll die Spiralfeder aus den Dichtringen herausnehmen. Dadurch verlieren die Ringe aber doch einen Teil ihrer Wirkung??? Die Spiralfeder war bei dem äußeren Ring (zur DV-Seite) auch der Grund, weshalb er sich trotz guten Einfettens und mit passender Nuss nicht einsetzen ließ. Das ging letztlich nur per Schraubstock.
Außerdem war die Demontage gar nicht so leicht. Hab' gut eine Stunde gebraucht, bis ich sie letztlich mit abgewinkeltem Schraubendreher erst nach Hammereinsatz aus der Bohrung hatte. Waren wie festgebacken, daran waren wohl auch die Spiralringe schuld. Ist die Dichtwirkung auch dann gegeben, wenn die Spirale herausgenommen wurde?
Jetzt kann ich ohnehin nix mehr ändern, weil ich keine neuen Dichtungen habe. Außerdem hat Sabine bereits kombigerecht umgepackt, wenn ich jetzt wieder mit 'ner Änderung komme gibt's 'ne Ehekrise.....

Horst

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Re: Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

#4

Beitrag von Willi » 01.07.2017, 20:22

Hallo Horst,

die Spiralfeder (Ringfeder) wird natürlich wieder "hereingefummelt", wenn der Wellendichtring (WDR) an seinem Platz ist. Man kann aber, wenn man die Ringfeder entfernt, eine passende Nuss als Montagehilfe in den neuen WDR einsetzen ohne ihn zu beschädigen. Ich nehme an dieser Stelle eine ½" Nuss mit 1/4" Antrieb. Die passt wie dafür gemacht. Wenn der WDR sitzt kann man die Ringfeder wieder montieren.

Ich wünsche Euch einen erholsamen Urlaub.

Willi
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Re: Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

#5

Beitrag von hneuland » 09.08.2017, 10:34

moijn allerseits,
so, wir sind nun schon einige Tage von einer wunderschönen Alpenrundfahrt zurück - über 3000km durch Österreich, Italien, Schweiz und Frankreich. Haben den TR, für den diese Fahrt ja geplant war, auf den tollen Bergstrecken am Glockner, Drei Zinnen u.a. sehr vermisst. Zwar war die Fahrt im Alltagsauto mit Klima komfortabel (auch konnten wir im Etschtal Einiges mehr an Wein einkaufen), doch das "oben ohne" Feeling fehlte in der Bergen sehr - trotz Schiebedach und offenen Fenstern. Auf ein Neues im nächsten Jahr. :dream:

Nun geht's um die Reparatur des DV-Dichtungsproblems, die Ersatzteile sind mittlerweile eingetroffen und die Vorgehensweise scheint ja auch klar. Mit einer passenden Nuss lassen sich die Ringe in die Bohrung einpressen. Beim letzten Mal ging das aber nur per Schraubstock...
Doch noch zwei Fragen dazu:
@Willi - Du hattest geschrieben, die Federn der Simmerringe bei der Montage herauszunehmen und nachher wieder einzusetzen. Das ist so bei der DV-seitigen Dichtung möglich, doch bei der in Richtung Verteiler kommt man ja nicht mehr ran. Außerdem erinnere ich mich, dass ich die alten Dichtungen nur mit viel Mühe entfernen konnte - gibt's dafür einen Rat?

Gruß
Horst

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Re: Ölstand nimmt bei der Fahrt zu....

#6

Beitrag von Willi » 09.08.2017, 18:21

@ Horst

Bei dem verteilerseitigen Wellendichtring brauchst Du die Ringfeder natürlich nicht herauszunehmen. Dieser WDR wird mit einer passenden Nuss bis zum Anschlag getrieben (die Ringfeden ist innen zum Verteiler hin). Wenn es darum geht, den WDR auf der DV Seite einzuschlagen ist es außerst hilfreich, die Ringfeder herauszunehmen. So kann sie nicht beschädigt werden. Zusätzlich stecke ich noch einen Durchschlag durch die Indikatorbohrung. Damit wird verhindert, dass der WDR zu weit getrieben wird und die Indikatorbohrung blockiert.

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